Beschreibung
Der Vortrag reflektiert, inwiefern KI-Systeme wesentliche Geschlechterperspektiven verändern könnten. Künstliche Intelligenzsysteme gestalten bereits weite Bereiche der Arbeitswelt, übernehmen menschliche Jobs und beeinflussen soziale Identitäten sowie politische und ökonomische Machtverhältnisse. Tech-Milliardäre zielen mit ihren AI-Unternehmen auf eine Technologie, die bis um 2030 erhebliche neue soziale Ordnungen erzeugen könnte. Mit diesen Entwicklungen muss sich auch die Gender- und Diversitätsforschung befassen. In der Auseinandersetzung mit KI-Systemen braucht es den expliziten Diskurs über Genderstereotypen, Geschlechterrollen und Machtverhältnisse sowie über Auswirkungen auf berufliche Karrieren und Einkommensungleichheit in der Arbeitswelt. Wer definiert, programmiert und entwickelt mit welchem verdeckten sozialen und politischen Wissen und welchen Werteorientierungen die KIAlgorithmen? Werden gender- und geschlechterbezogene Begriffe aufgenommen und evidenzbasierte Daten aus empirischer Forschung zu Gender und Diversität berücksichtigt?
Schwerpunkte der bisherigen Debatte sind soziale Gendergleichheit, die Verfestigung von Geschlechterbildern, neuer Sexismus, Geschlechterhierarchien, Auswahl- und Karriereprozesse, Entgelte im Arbeitsmarkt, neue KI-Diskriminierungspotenziale, die Bevorzugung „maskuliner“ Eigenschaften sowie geschlechterbezogener Jobverlust und Backlash für Emanzipation. KI-Systeme haben zugleich Potenziale und Chancen für die Sensibilisierung für Gender und Diversität, wenn diese Aspekte beim Einsatz der Systeme bewusst und professionell verfolgt werden.
Referentin: Prof. Dr. (a.D.) Ingelore Welpe
Psychologin und Gründungsdirektorin des Instituts für Interdisziplinäre Genderforschung und Diversity
Organisation
Prof. Dr. Britta Thege, Institut für Interdisziplinäre Genderforschung und Diversity
der HAW Kiel, Projekt GARD – Gender in Applied Research & Development
Heikendorfer Weg 31, 24149 Kiel
E-Mail: britta.thege[at]haw-kiel.de
Das Projekt GARD - Gender in Applied Research & Developmentwird mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt unter dem Förderkennzeichen 01FP23G12 gefördert. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: https://www.haw-kiel.de/wir/organisation/zentrale-einrichtungen/institut-fuer-interdisziplinaere-genderforschung-und-diversity/gard-gender-in-applied-research-development/
Zielgruppe(n)
Die Online-Vortragsreihe richtet sich sowohl an Fachkräfte im Sozial- und Gesundheitswesen als auch Forschende und Forschungsinteressierte aller Fachbereiche.