Einführung in die Keramik für das Industriedesign
Was passiert, wenn digitale Entwurfswerkzeuge und KI auf ein jahrtausendealtes Material treffen?
Was passiert, wenn digitale Entwurfswerkzeuge und KI auf ein jahrtausendealtes Material treffen?
Was passiert, wenn digitale Entwurfswerkzeuge und KI auf ein jahrtausendealtes Material treffen?
In diesem Projekt untersuchen wir Keramik als Material und als industrielles Produkt zwischen digitalem Entwerfen, industriellen Herstellungslogiken und handwerklichem Experiment. Mit Claude und Rhino, Solid oder einem CAD-Programm eurer Wahl entwickeln wir einfache dreidimensionale Werkzeuge und Formen, die anschließend im keramischen Prozess eingesetzt werden.
Dabei entwerfen wir zunächst nicht das fertige keramische Produkt. Stattdessen entwickeln wir Werkzeuge zum Formen: Stempel, Pressformen, Rollen, Matrizen, Strukturen und Gussformen. Diese werden digital konstruiert und – wo sinnvoll – im 3D-Druck hergestellt. Erst im Zusammenspiel mit Ton, Porzellan, Gips und den jeweiligen Fertigungsverfahren entsteht die endgültige Form.
Im Vordergrund steht das Experiment. Die keramischen Bauteile sollen zeitgenössische produktsprachliche Tendenzen reflektieren, ohne zu früh zu konkreten Produkten zu werden. Wir untersuchen, wie Proportion, Rhythmus, Oberfläche, Fügung, Wiederholung, Materialität und Herstellungsverfahren die Wahrnehmung keramischer Objekte bestimmen.
Drei gestalterische Felder dienen uns dabei als Referenz- und Experimentierraum:
Industriekeramik: Technische Bauteile, Isolatoren, Sanitärobjekte, Architekturkeramik und industriell produzierte keramische Formen.
Tabletop: Gefäße, Geschirr und Objekte für den gedeckten Tisch als Feld zwischen serieller Produktion, Typologie und individueller Gestaltung.
Outdoor: Keramische Elemente für Architektur, Garten und öffentlichen Raum – von Fassaden- und Bodenbauteilen bis zu modularen Strukturen.
Die Aufgabe nutzen wir gleichzeitig, um uns Keramik gestalterisch und technisch zu erschließen. Digitale und handwerkliche Verfahren werden dabei nicht als Gegensätze verstanden: Die digitale Konstruktion erzeugt Werkzeuge, die im analogen Prozess weiterverarbeitet, verändert und zweckentfremdet werden können.
Studierende, Kreative, Designer*innen, Künstler*innen
Lernziele
* Grundlagen der Produktsprache
* Analyse und Entwicklung zeitgenössischer keramischer Formensprachen
* Grundlagen keramischer Materialien und Herstellungsverfahren
* Plattentechnik
* Arbeiten mit Stempeln, Rollen und strukturbildenden Werkzeugen
* Gipsformenbau
* Entwicklung von Pressformen
* Grundlagen des keramischen Gießens
* digitales Modellieren mit Rhino, Solid oder vergleichbaren CAD-Werkzeugen
* KI als Unterstützung im Entwurfs- und Konstruktionsprozess
* optional: 3D-Druck von Werkzeugen, Positivformen und Formelementen
Ziel ist keine perfekte Produktserie, sondern eine systematische Sammlung keramischer Experimente, anhand derer sichtbar wird, wie digitale Werkzeuge, Herstellungsverfahren, Material und Produktsprache miteinander interagieren.