Macht und Raum: Gegenmodelle von Krieg. Weltbilder & Commoning
Globale Vernetzung. Karten, Globen und digitale Geoinformationssysteme für die Vorstellung von Welt
Das 21. Jahrhundert ist geprägt von globaler Vernetzung. Karten, Globen und digitale Geoinformationssysteme strukturieren dabei unsere Vorstellung von Welt. Sie dienen nicht nur der Orientierung, sondern beeinflussen politische Entscheidungen, friedliche Kooperationen und die Wahrnehmung globaler Zusammenhänge. In Konfliktzeiten können Karten als Instrumente der Macht missbraucht werden, die Grenzen ziehen und Trennung betonen. Gleichzeitig bergen sie das Potenzial, gemeinsame Lebensräume sichtbar zu machen und Verständigung zu fördern. Gerade in Konfliktzeiten wird deutlich, dass Bildpraxis nie neutral ist. Weltbilder können Macht sichtbar machen, Territorien festschreiben und Trennungen legitimieren. Sie können jedoch ebenso andere Wirklichkeiten entwerfen: gemeinsame Lebensräume statt umkämpfter Territorien, Bewegungen statt starrer Grenzen, Verbindungen statt Abgrenzungen. Weltbilder als gewebte Geschichten, Träume und unsichtbare Fäden zwischen Menschen. Sie spiegeln Wünsche, Erinnerungen und Gefühle wider. Über die menschliche körperliche Wahrnehmung in Bewegung verändern sich Grenzen und die fortwährend. Weltbilder sind damit kein starrer Zustand, sondern ein Instrument, mit dem nicht nur die bestehende Welt beschrieben, sondern auch andere Formen des Zusammenlebens vorstellbar werden, die im Idealfall konkrete Formen des Widerstands annehmen. Diese Praktiken lassen sich als Formen des Commoning betrachten. Commoning bezeichnet Prozesse, in denen Menschen Ressourcen gemeinsam nutzen, Wissen teilen und kollektive Formen der Selbstorganisation entwickeln. Gerade dort, wo bestehende Strukturen zusammenbrechen oder nicht mehr funktionieren, werden solche Praktiken sichtbar: Menschen organisieren Unterkunft und Versorgung, teilen Lebensmittel und Werkzeuge, schaffen informelle Netzwerke und entwickeln gemeinsam Lösungen für alltägliche Bedürfnisse. Commoning wird damit zu einer Praxis des Überlebens und der Handlungsfähigkeit: Ressourcen werden umverteilt, Infrastrukturen improvisiert, neue Techniken entwickelt und Wissen schnell geteilt. Gleichzeitig entstehen durch Flucht und Migration neue soziale Räume, Netzwerke und Formen der gegenseitigen Unterstützung. Was lernen wir aus den Formen des Überlebens, der Improvisation und des gegenseitigen Teilens, die in Krisen entstehen? Und wie können aus den Erfahrungen von Migration, Selbstorganisation und gegenseitiger Fürsorge neue Formen des Zusammenlebens hervorgehen?
Studierende der Fachrichtungen Kunst, Design, Medien, Archiktektur, Geistenwissenschaften. Lehrkräfte, Architekt*innen, Akteure der politischen Bildung, Angestellte in Politik, Wissenschaft und Verwaltung