Kontext
Die AI-Force:Stage Graz ist die Eröffnung der österreichischen Partnerbühne des University Future Festivals 2026, das unter dem Motto „Under Pressure“ steht. Die Veranstaltung fokussiert sich auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Lehre, Forschung und Verwaltung an Hochschulen. Als hybrides Format verbindet sie Präsenzveranstaltungen in Graz mit internationalen Online-Teilnehmer:innen und thematisiert aktuelle Herausforderungen wie Digitalisierung, Innovation und Wissenschaftsskepsis.
Kernaussagen
1. Rolle der TU Graz als Partnerbühne
- Die Technische Universität Graz ist die einzige österreichische Partnerbühne des Festivals und vertritt als südlichster Standort das Thema KI.
- Insgesamt gibt es fünf Partnerbühnen (Berlin, Hamburg, Essen, Braunschweig, Nürnberg), wobei Berlin als Hauptbühne drei Tage lang stattfindet.
- Das Format ist hybrid: Präsenzvorträge in Graz werden gestreamt, um internationale Teilnehmer:innen einzubinden. Im Vorjahr verfolgten doppelt so viele Personen die Veranstaltung online wie vor Ort (ca. 100 Teilnehmer:innen).
2. Herausforderungen in der Hochschullehre
- Adoptionslücke: Studierende nutzen KI-Technologien oft schneller als Lehrende, was eine aktive Anpassung der Lehrformate erfordert.
- Spannungsfeld: Hochschulen stehen unter Druck, gleichzeitig innovativer, digitaler und internationaler zu werden, ohne Qualität und wissenschaftliche Integrität zu gefährden.
- Die technische Universität Graz sieht sich in der Pflicht, als Vorreiterin in der KI-Integration zu agieren.
3. Festivalmotto „Under Pressure“ und Lösungsansätze
- Das Motto verweist auf den Druck durch Digitalisierung, Internationalisierung und Wissenschaftsskepsis (z. B. in Russland, Ungarn oder den USA).
- Als Gegenstrategie wird Zusammenarbeit, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung propagiert – statt mehr Wettbewerb oder Kontrolle.
- Inspiriert wird dies durch den Songtext von Queen/David Bowie, der betont, dass kollektive Lösungen unter Druck wirksamer sind als isoliertes Handeln.
4. Ziel: Digitale Souveränität
- Lehrende und Studierende sollen befähigt werden, KI-Werkzeuge aktiv und gestalterisch zu nutzen, statt nur auf Entwicklungen zu reagieren.
- Vernetzung zwischen Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft wird als zentral erachtet, um die Zukunft der akademischen Bildung im deutschsprachigen Raum zu gestalten.
- Plattformen wie das Festival dienen als Austauschformate, um gemeinsame Reflexionen über KI-Kompetenzen, wissenschaftliche Integrität und langfristige Handlungsfähigkeit zu ermöglichen.
5. Organisatorische Rahmenbedingungen
- Die Auswahl der Vorträge erfolgte durch ein mehrstufiges Bewertungssystem mit über 6.700 Einreichungen, die von Expert:innen gesichtet und priorisiert wurden.
- Die Veranstaltung wird durch Sponsoren wie das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, den Digital University Hub und IMOOX ermöglicht.
- Ein interaktives Programm (z. B. via Talk-App) erlaubt Teilnehmer:innen, zwischen Präsenz- und Online-Vorträgen zu wechseln.
Fazit
Die AI-Force:Stage Graz unterstreicht die Notwendigkeit, KI in der Hochschulbildung kooperativ und souverän zu gestalten. Als Handlungsempfehlungen lassen sich ableiten:
- Lehrende aktiv fördern: Durch Weiterbildungen und Austauschformate die Lücke zwischen Studierenden und Lehrpersonal schließen.
- Netzwerke stärken: Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft enger verknüpfen, um digitale Souveränität zu erreichen.
- Hybride Formate nutzen: Veranstaltungen wie das Festival zeigen, wie internationale Reichweite und lokale Expertise kombiniert werden können.
- Innovation unter Druck: Statt Kontrolle oder Wettbewerb sollte der Fokus auf Vertrauen und Zusammenarbeit liegen, um technologische und gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern.