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Let’s Found a Branch Campus in Asia! Navigating Speed, Strategy, Culture, Processes, and Structure

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🌍 Global Perspectives Die Session illustriert den „Glocal-Ansatz“ am Beispiel des KLU-Campus in Ho-Chi-Minh-Stadt, indem globale Lehrinhalte mit lokalen Wahlfächern zu südostasiatischen Lieferketten verknüpft werden. Dabei wird aufgezeigt, wie die Übertragung einer deutschen Institutionskultur auf ein Schwellenland durch agile Anpassungen und die Einbindung lokaler Experten gelingt.

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Zusammenfassung

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Kontext

Die Kühne Logistics University (KLU) Hamburg, eine private, international ausgerichtete Business School mit Fokus auf Logistik und Supply Chain Management, hat innerhalb von 18 Monaten einen Branch Campus in Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam) aufgebaut. Ziel war es, globale Bildungsinhalte mit lokalem Praxiswissen zu verknüpfen („Glocal-Ansatz“) und regionale Kapazitäten in Schwellenländern zu stärken. Der Vortrag beleuchtet die Herausforderungen bei der Gründung – von strategischer Planung über kulturelle Unterschiede bis hin zu Prozessen und Strukturen – und zeigt auf, wie eine etablierte Institution mit einer Startup-Mentalität im Ausland agieren kann.


Kernaussagen

1. Glocal-Ansatz in der Lehre

  • Begründung: Globale Lieferketten erfordern sowohl übergeordnete theoretische Kenntnisse als auch tiefes lokales Kontextwissen (z. B. Produktionsbedingungen, Logistikinfrastruktur).
  • Umsetzung: Die KLU kombiniert globale Lehrinhalte mit lokalen Wahlfächern und Praxisbeispielen, die von vor Ort ansässigen Professor:innen vermittelt werden.
  • Beispiel: Einführung von Wahlfächern in Vietnam, um regionale Besonderheiten (z. B. Lieferketten in Südostasien) besser abzubilden.

2. Strategische Markteintrittsgeschwindigkeit

  • Zeitrahmen: Von der Marktexploration (Februar 2024) bis zum ersten Studierendenjahrgang (September 2025) vergingen nur 18 Monate.
  • Erfolgsfaktoren:
    • Programmwahl: Statt eines Bachelors wurde ein Master für Berufstätige im mittleren Management angeboten, um schneller Impact zu erzielen.
    • Zielgruppe: Unternehmen nutzen das Programm als Instrument zur Mitarbeiterbindung (z. B. durch Kooperationen mit der Handelskammer EuroCham).
    • Rekrutierungserfolg: Im zweiten Jahr wurde die geplante Studierendenzahl um 40 % übertroffen (50 statt 35).
  • Herausforderungen: Parallele Akkreditierungs- und Lizenzierungsprozesse in Deutschland und Vietnam erforderten frühzeitige Einbindung von Behörden und flexibles Zeitmanagement.

3. Markenaufbau und Stakeholder-Management

  • Problem: Die KLU war in Asien unbekannt; klassische Massenwerbung wäre ineffizient gewesen.
  • Lösungsansatz:
    • Nischenkanäle: Gezielte Präsenz bei der Handelskammer EuroCham und Medienkooperationen, um Glaubwürdigkeit aufzubauen.
    • Storytelling: Der Campus in Vietnam wurde architektonisch an den Hamburger Standort angelehnt (z. B. „Golden Egg“-Auditorium), um die Verbindung zur Marke zu stärken.
    • Direktansprache: Einzelfallberatungen mit Studierenden und Unternehmen nach erstem Vertrauensaufbau.

4. Integration von Startup- und Institutionskultur

  • Spannungsfeld:
    • KLU Saigon: Agile, unsichere Startup-Umgebung mit hohem Anpassungsdruck (z. B. schnelle Entscheidungen, begrenzte Ressourcen).
    • KLU Hamburg: Etablierte Strukturen, formale Prozesse und langfristige Planungshorizonte.
  • Lösungsstrategien:
    • Gegenseitige Anpassung: Die deutsche Seite lernte, flexibler auf spontane Ereignisse in Schwellenländern zu reagieren; die vietnamesische Seite passte sich formalen Prozessen an.
    • Kulturelle Übersetzung: Lokale Mitarbeiter:innen fungierten als Brückenbauer zwischen den Kulturen (z. B. bei der Vermittlung der „norddeutschen“ Identität der KLU).
    • Strategische Einbindung: Der Campus-Direktor Vietnam ist im Vorstand der KLU Hamburg vertreten, um Alignment zu gewährleisten.

5. Iterative Strategieanpassung und Prozessmanagement

  • Anpassungen im Betrieb:
    • Lehre: Ursprünglich geplante starre Lehrpläne wurden durch lokale Wahlfächer und fest angestellte Professor:innen vor Ort ergänzt, um Forschungsbeziehungen zu stärken.
    • Personal: Der ursprünglich vorgesehene „Flying Faculty“-Ansatz (fliegende Dozent:innen) wurde zugunsten lokaler Professor:innen beschleunigt.
  • Prozessuale Herausforderungen:
    • Finanzen: Verwaltung grenzüberschreitender Zahlungsströme (Währungen, Steuern, Compliance).
    • IT-Infrastruktur: Anpassung bestehender Systeme (z. B. Zulassungsdatenbanken) an lokale Gegebenheiten.
    • Recht: Frühzeitige Einbindung von Expert:innen für Governance und Compliance (z. B. bei der Gründung der vietnamesischen Rechtseinheit).

Fazit

Die Gründung des Branch Campus in Vietnam zeigt, dass der Aufbau internationaler Bildungsstrukturen agiles Management, kulturelle Sensibilität und iterative Strategieanpassung erfordert. Erfolgskritisch sind:

  1. Schnelligkeit: Frühzeitige Einleitung formaler Prozesse (Akkreditierung, Lizenzierung) und flexible Reaktion auf lokale Dynamiken.
  2. Zielgruppenfokus: Klare Positionierung (z. B. Master für Berufstätige) und Nutzung von Nischenkanälen für den Markenaufbau.
  3. Kulturelle Integration: Gegenseitiges Lernen zwischen Hauptsitz und Branch Campus (z. B. Flexibilität vs. Prozessorientierung).
  4. Strategische Einbindung: Lokale Führungskräfte in zentrale Entscheidungsgremien einbinden, um Alignment zu sichern.

Handlungsempfehlung: Universitäten, die ähnliche Projekte planen, sollten:

  • Pilotprojekte mit klaren Impact-Zielen starten (z. B. Master statt Bachelor),
  • lokale Partner:innen einbinden, um regionale Expertise zu nutzen,
  • Prozesse iterativ gestalten und nicht als einmalige Implementierung planen,
  • kulturelle Unterschiede aktiv managen (z. B. durch gemeinsame Workshops).

Fragen & Antworten

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Warum wurde für den Markteintritt in Vietnam ein Master-Programm statt eines Bachelor-Studiums gewählt?

Ein Master-Programm ermöglicht einen schnelleren Impact, da die Studierenden bereits im mittleren Management tätig sind und die KLU so schneller Alumni generieren kann, anstatt drei bis fünf Jahre auf die ersten Absolventen eines Bachelors zu warten.

Wie gelang es der KLU, trotz geringer Markenbekanntheit in Asien erfolgreich Studierende zu rekrutieren?

Statt Massenwerbung nutzte die KLU Nischenkanäle wie die Handelskammer EuroCham und Medienkooperationen, um Glaubwürdigkeit aufzubauen, und setzte auf direkte Einzelberatungen.

Wie wird der 'Glocal-Ansatz' in der Lehre konkret umgesetzt?

Die KLU kombiniert globale Standard-Lehrpläne aus Hamburg mit lokalen Wahlfächern und Praxisbeispielen, die von Professor:innen vor Ort vermittelt werden, um den regionalen Kontext Südostasiens abzubilden.

Welche kulturellen Herausforderungen ergaben sich zwischen dem Standort Hamburg und dem Campus in Saigon?

Es bestand ein Spannungsfeld zwischen der etablierten, prozessorientierten Kultur in Hamburg und der agilen Startup-Mentalität in Saigon; die Lösung war ein gegenseitiges Lernen in Bezug auf Flexibilität und Prozessdisziplin.

Wie stellt die KLU die strategische Ausrichtung zwischen dem Hauptsitz und dem Branch Campus sicher?

Der Campus-Direktor von Vietnam ist im Vorstand der KLU Hamburg vertreten, wodurch die lokalen operationellen Erfahrungen direkt in die strategischen Entscheidungen einfließen.

Diagramm

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100%
mindmap
  root)Gründung Branch Campus Asien(
    ["Glocal-Ansatz"]
      ["Globale + lokale Lehrinhalte"]
      ["Lokale Wahlfächer & Praxisbeispiele"]
    ["Strategische Geschwindigkeit"]
      ["18 Monate bis Start"]
      ["Master für Berufstätige"]
      ["40% mehr Studierende"]
    ["Markenaufbau"]
      ["Nischenkanäle (EuroCham)"]
      ["Storytelling (Architektur)"]
    ["Kulturintegration"]
      ["Startup vs. Institution"]
      ["Kulturelle Brückenbauer"]
    ["Prozessmanagement"]
      ["Iterative Lehrplananpassung"]
      ["Finanzen & IT-Infrastruktur"]