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Openness an Hochschulen: Strukturen, Kooperationen, Perspektiven

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Foliensatz

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Zusammenfassung

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Kontext

Die Diskussion befasst sich mit der systematischen Verankerung von offenen Bildungsmaterialien (OER) und offenen Bildungspraktiken (OEP) an Hochschulen. Trotz politischer Unterstützung und vorhandener Infrastrukturen bleibt die institutionelle Verankerung oft lückenhaft. Im Zentrum der Session stehen die Frage, wie länderübergreifende Kooperationen, formale Gremien (wie der OER-Beirat) und technische Netzwerke dazu beitragen können, Openness von einer freiwilligen Initiative in eine Alltagspraxis der Hochschullehre zu überführen. Dabei werden Spannungsfelder wie Föderalismus, Governance, die Rolle des Ehrenamts und die Dynamik durch KI thematisiert.

Kernaussagen

Systematische Verankerung und Strategie

Anja Lorenz plädiert für eine Institutionalisierung von Openness durch präzise Definitionen und verbindliche Standards.

  • Strategische Ansätze: Sie verweist auf die nationale OER-Strategie des Bundes (seit 2022), die als „atmende“ und lernende Strategie konzipiert ist.
  • Förderrichtlinien: Lorenz betont, dass Förderprogramme nicht nur die Produktion von Material, sondern Konzepte für offene Bildungsansätze in der Gesellschaft fördern sollten.
  • Praxisbeispiel: Der Aufbau des Digital Learning Campus in Schleswig-Holstein dient als Beispiel, um Lehrende mit der breiten Öffentlichkeit und Online-Kursen zu vernetzen.

Technische Vernetzung und Infrastruktur

David Stoellger fokussiert sich auf die Überwindung der Fragmentierung der deutschen OER-Landschaft.

  • Infrastrukturelle Bündelung: Durch Initiativen wie den twilloHub sollen verschiedene Repositorien und Services (z. B. das Audio-Videoportal AVPL) nahtlos miteinander verknüpft werden, um die Suche für Nutzende zu vereinfachen.
  • Suchoptimierung: Der OER Search Index (OERSI) wird als zentrales Werkzeug hervorgehoben, das Metadaten länderübergreifend sammelt. Zukünftig soll eine semantische Suche die Auffindbarkeit weiter verbessern.
  • Internationale Perspektive: Stoellger betont den Wert europäischer Netzwerke wie ENOEL (European Network of Open Education Librarians) für den Austausch von Best Practices und die gemeinsame Erstellung von Open Textbooks.

Governance, Netzwerke und institutionelle Anerkennung

Noreen Krause beleuchtet die Bedeutung formaler Gremien und die Risiken der aktuellen Arbeitsweise.

  • Politische Impulse: Über den OER-Beirat und Netzwerke wie KNOER oder die OER Repo AG sollen Standards gesetzt werden. Ein konkretes Ziel ist die Etablierung eines Standardpassus in Förderrichtlinien, der besagt, dass mit Steuergeldern finanzierte Bildungsinhalte unter freien Lizenzen stehen müssen.
  • Kritik an Arbeitsstrukturen: Krause warnt vor einer Überlastung durch ehrenamtliches Engagement. Sie fordert eine institutionelle Würdigung und Ressourcenbereitstellung, damit Openness nicht allein auf Freiwilligkeit basiert.
  • Vermeidung von Isolation: Sie weist auf die Gefahr von „Bubble-Effekten“ in Expertengremien hin, die den Bezug zur breiten Praxis verlieren könnten.

Offene Fragen

  • Wirkungskraft: Es bleibt die Frage, wie stark der Einfluss des OER-Beirats auf die tatsächlichen Entscheidungen des Ministeriums ist und inwieweit Empfehlungen aus Netzwerken rechtlich oder administrativ „einklagbar“ bzw. verbindlich sind.
  • KI-Integration: Wie die OER-Strategie, die vor dem aktuellen KI-Boom geschrieben wurde, dynamisch an die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz und Open-Source-Alternativen angepasst wird.
  • Narrativ: Wie die „Story“ von offener Bildung neu erzählt werden muss, um über die Expertenszene hinaus auch Studierende und die gesamte Gesellschaft zu erreichen.

Ergebnis

Die Teilnehmenden sind sich einig, dass Openness nur durch eine Kombination aus technischer Vernetzung (Infrastruktur), politischer Rahmensetzung (Strategien/Förderrichtlinien) und einer starken Community-Arbeit erfolgreich sein kann.

Zentrale Erkenntnisse für die Praxis:

  • Vom Material zur Praxis: Der Fokus verschiebt sich von der reinen Bereitstellung von OER hin zu Open Educational Practices (OEP), wofür derzeit Kriterienkataloge und Dimensionen entwickelt werden.
  • Kooperation statt Isolation: Länderübergreifende Netzwerke sind essenziell, um die föderalen Strukturen in Deutschland zu überbrücken.
  • Notwendigkeit der Professionalisierung: Um eine flächendeckende Verankerung zu erreichen, muss die Arbeit an Openness aus dem rein ehrenamtlichen Bereich in reguläre institutionelle Zeitressourcen überführt werden.

Diagramm

KI-generierter Inhalt
100%
mindmap
  root)Openness an Hochschulen: Strukturen, Kooperationen, Perspektiven(
    ["Praktische Umsetzung von Openness"]
      ["Digital Learning Campus"]
      ["OER-Strategie des Bundes"]
      ["Open Educational Practices (OEP)"]
    ["Vernetzung und Hindernisse"]
      ["Länderübergreifende Netzwerke (KNOER, OER-Repo-AG)"]
      ["Painpoints in OER-Infrastruktur"]
      ["Neue Narrative für Zielgruppen"]
    ["Technische und internationale Vernetzung"]
      ["twilloHub und OERSI"]
      ["Fragmentierte Infrastruktur"]
      ["ENOEL (European Network)"]
    ["Stärken und Risiken von Gremien"]
      ["Bündelung von Praxiswissen"]
      ["Ehrenamtliche Arbeit und Grenzen"]
      ["Bubble-Effekte und langsame Prozesse"]
    ["Offene Fragen und Handlungsaufforderungen"]
      ["Wirkungskraft von Gremien"]
      ["Nachhaltigkeit ehrenamtlicher Arbeit"]
      ["Zielgruppenansprache und KI-Dynamik"]