Beteiligen und Richtung geben – Partizipation unter Druck
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Der Vortrag von Wilhelm Schäfer thematisiert die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren partizipativer Prozesse in Hochschulen. Hochschulen werden als „lose gekoppelte Expertenorganisationen“ charakterisiert, in denen hierarchische Steuerung nur begrenzt möglich ist. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Referent, wie Beteiligung und Führung so kombiniert werden können, dass Veränderungsprozesse gelingen. Anhand von Praxisbeispielen und Metaphern (z. B. „Schuhe“ für Führungsstile) wird aufgezeigt, wie Partizipation wirksam gestaltet werden kann – insbesondere unter Zeit- und Entscheidungsdruck.
Vier archetypische Führungsstile wurden vorgestellt, die jeweils spezifische Vor- und Nachteile haben:
| Schuh-Typ | Merkmale | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Marschstiefel | Hoher Zeitdruck, externe Vorgaben, wenig Mitsprache. | Schnelle Entscheidungen, klare Priorisierung. | Geringe Identifikation, hoher Widerstand. |
| Flip-Flops | Offene Suchbewegung, Führung hält sich zurück. | Kreativität, Eigenverantwortung. | Fehlende Orientierung, Zielunklarheit. |
| Lackschuh | Führung erscheint nur zu Beginn (symbolische Unterstützung) und zieht sich zurück. | Sichtbare Legitimation des Prozesses. | Schwache Führung im Prozessverlauf. |
| Wanderschuh | Langfristige Begleitung, regelmäßige Abstimmung mit der Gruppe. | Hohe Anschlussfähigkeit, Wirksamkeit. | Zeitintensiv, hohe Führungsressourcen nötig. |
Partizipation in Hochschulen gelingt, wenn Führung und Beteiligung als komplementäre Elemente verstanden werden:
Handlungsempfehlung:
In einem solchen Fall sollte die Prozessverantwortung genutzt werden, um die Störung offen anzusprechen und zu diskutieren, wie man trotz der Vorgaben zu guten Ergebnissen kommt. Idealerweise hätte die Mandatsklärung (wer entscheidet was) bereits vorab präzise erfolgen müssen.
Es wird empfohlen, den Input dieser Gruppen gezielt zu komprimieren und an den Prozesspunkten einzusammeln, an denen ihre Perspektive besonders wichtig ist. So wird ihr Wissen gesichert, ohne dass eine kontinuierliche Teilnahme über den gesamten Zeitraum erforderlich ist.
Es hilft, den Beteiligten und Führungskräften die Basis-Fakten des Themas noch einmal explizit darzustellen, um Rückfragen zu minimieren. Da Personen in diesem Führungsstil jedoch oft weniger empfänglich für Kritik an ihrer Methode sind, ist die gezielte Bereitstellung von Informationen der beste Weg.
Wichtig ist, dass die Führung nicht nur das 'Eröffnungsband durchschneidet', sondern verbindliche Kontaktpunkte während des Prozesses definiert. So wird der Übergang vom rein symbolischen 'Lackschuh' hin zu einer wirksameren Begleitung gestaltet.
mindmap
root)Beteiligen und Richtung geben – Partizipation unter Druck(
["Hochschulen als Expertenorganisationen"]
["Hohe Autonomie der Mitglieder"]
["Begrenzte hierarchische Steuerung"]
["Konkurrierende Interessen"]
["Führung als Synchronisation"]
["Orientierung und Ressourcen bereitstellen"]
["Gegenstromprinzip (Top-down + Bottom-up)"]
["Sinn stiften durch Transparenz"]
["Mandatsklärung"]
["Zieldefinition und Entscheidungshoheit"]
["Risiko: Frustration bei Unklarheit"]
["Führungsstile (Schuh-Metapher)"]
["Marschstiefel: Schnelle Entscheidungen"]
["Wanderschuh: Langfristige Begleitung"]
["Wirksamkeit und Rückkopplung"]
["Ergebnisse sichtbar umsetzen"]
["Gezielte Einbindung kurzfristiger Gruppen"]