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Campus der Zukunft Teil 2: Gemeinsam planen, Ressourcen sparen

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Zusammenfassung

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Kontext

Die Diskussion „Campus der Zukunft Teil 2“ thematisiert die Herausforderungen und Chancen hochschulübergreifender Zusammenarbeit im Bereich der Hochschulinfrastruktur. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Wissen zu Hochschulinfrastruktur oft lokal, projektbezogen und schwer auffindbar bleibt, obwohl Hochschulen über hochqualifizierte Fachpersonen mit langjährigem Erfahrungswissen verfügen.

Zentrale Fragestellungen:

  • Wie können Erkenntnisse, Erfahrungen und Wissen zu Hochschulinfrastruktur auffindbar, vergleichbar und wiederverwendbar gemacht werden?
  • Wie lässt sich die Effizienz in Planung, Bau und Betrieb von Hochschulinfrastruktur durch hochschulübergreifende Kooperation steigern?
  • Welche Modelle und Strukturen eignen sich für nachhaltige, hochschulübergreifende Zusammenarbeit?

Das geplante „Hochschulübergreifende Kompetenzzentrum für Digitale Raumfragen“ soll als Dachorganisation diese Lücke schließen. Das Projekt „LabSpaces Swiss Alliance“ dient als Fallbeispiel für die gemeinsame Entwicklung eines Raumkonzepts für laborbasierte Lehr- und Forschungsinfrastruktur durch drei Schweizer Hochschulen (UZH, UniBE, UniBas).


Kernaussagen

Position A: Notwendigkeit hochschulübergreifender Zusammenarbeit

Vertreten durch: Larissa Rossbacher (UZH), Mirjam Pfenninger (ZHAW), Fabian Lüthi (UniBE)

Argumente und Beispiele:

  • Komplexität und Ressourcenknappheit:

    • Hochschulinfrastruktur wird zunehmend komplexer, digitaler und ressourcenintensiver.
    • Wissen bleibt lokal verankert (in Projekten, Ablagen oder Köpfen), obwohl ähnliche Fragestellungen an verschiedenen Hochschulen parallel bearbeitet werden.
    • Beispiel: Entwicklung räumlicher Rahmenkonzepte (z. B. Eduspaces Toolbox der UZH) ist zeit- und kostenintensiv – eine hochschulübergreifende Erarbeitung könnte Ressourcen sparen.
  • Kulturwandel und Partizipation:

    • Hochschulen müssen strategisch und hochschulübergreifend denken, um langfristig effizient zu bleiben.
    • Partizipative Gestaltungsprozesse binden Akteur:innen aus Lehre, Forschung, Betrieb und Verwaltung ein (z. B. im Projekt „Lernumgebung Zürich“).
    • Beispiel: Der „Raumtypenkatalog“ der ZHAW entstand durch einen partizipativen Prozess mit verschiedenen Departementen.
  • Vernetzung und Wissenstransfer:

    • Informelle Netzwerke (z. B. ERFA-Gruppen) und formelle Projekte (z. B. „LabSpaces Swiss Alliance“) fördern den Austausch von Erfahrungswissen.
    • Beispiel: Die „LabSpaces Swiss Alliance“ entwickelt einen digitalen Anforderungskatalog für laborbasierte Infrastruktur, um Planungsaufwand zu reduzieren und Standards zu harmonisieren.
    • Internationale Beispiele (z. B. „Campus NL“ in den Niederlanden) zeigen, dass Wissensaustausch Innovation fördert und Benchmarking ermöglicht.
  • Treiber für Kooperation:

    • Geteilte Herausforderungen (z. B. Platzmangel für Studierende, Klimawandel).
    • Externe Treiber (z. B. politische Vorgaben, Finanzierungsmodelle).
    • „FOMO“ (Fear of Missing Out) als Motivator für Beteiligung.

Zitate (sinngemäß):

  • Larissa Rossbacher: „Wir müssen langfristig die Schweiz als Hochschullandschaft denken und nicht die einzelne Hochschule.“
  • Mirjam Pfenninger: „Teilen heißt nicht, ich verliere, sondern teilen heißt, ich gewinne.“
  • Fabian Lüthi: „Die Erkenntnis, dass alle Beteiligten ein Stück Information oder Erfahrung haben, das zum Ganzen beiträgt.“

Position B: Praktische Hürden und operative Herausforderungen

Vertreten durch: Daniel Hofmann (Bibliothek Bildungscampus Heilbronn)

Argumente und Beispiele:

  • Motivation auf operativer Ebene:

    • Mitarbeitende auf operativer Ebene (z. B. in Bibliotheken oder Verwaltung) haben oft wenig Zeit oder sehen keinen direkten Nutzen in hochschulübergreifenden Projekten.
    • Beispiel: Daniel Hofmann berichtet von Schwierigkeiten, Mitarbeitende für Netzwerkaktivitäten zu motivieren, da diese Prioritäten in ihrem Tagesgeschäft setzen.
  • Ressourcenknappheit:

    • Personalengpässe und Zeitmangel erschweren die Beteiligung an zusätzlichen Projekten.
    • Beispiel: „Es ist immer zu wenig Personal, zu viel zu tun.“
  • Expertise und Selbstwahrnehmung:

    • Mitarbeitende fühlen sich oft nicht als Expert:innen und fragen sich: „Warum kommt ihr auf mich zu?“
    • Führungskräfte müssen gezielt Personen mit passender Expertise ansprechen und deren Beteiligung fördern.

Zitat (sinngemäß):

  • Daniel Hofmann: „Ich habe das Gefühl, ich bin auf einer emotional-persönlichen Ebene gut unterwegs, aber das Hochskalieren auf größere Netzwerke ist komplex.“

Gemeinsame Positionen und Lösungsansätze

  • Vertrauen als Grundlage:

    • Kooperationen entstehen durch persönliche Kontakte und Vertrauen (z. B. durch informelle Austauschformate wie Aperos oder Fachtagungen).
    • Beispiel: Die Zusammenarbeit zwischen UZH, UniBE und UniBas begann mit einem informellen Austausch bei einer Fachtagung.
  • Strukturelle Verankerung:

    • Informelle Netzwerke müssen langfristig formalisiert werden (z. B. durch Kompetenzzentren oder Dachorganisationen).
    • Beispiel: Das geplante „Hochschulübergreifende Kompetenzzentrum für Digitale Raumfragen“ soll Fachtagungen, Fachgruppen und eine Wissensplattform etablieren.
  • Partizipation und Wertschätzung:

    • Mitarbeitende auf allen Ebenen müssen frühzeitig eingebunden und ihre Expertise wertgeschätzt werden.
    • Beispiel: In Workshops der „LabSpaces Swiss Alliance“ werden „Fails“ (gescheiterte Ansätze) offen diskutiert, um Vertrauen aufzubauen.
  • Investitionen in strategische Projekte:

    • Kurzfristige Investitionen in strategische Projekte (z. B. digitale Anforderungskataloge) können langfristig Zeit und Kosten sparen.
    • Beispiel: Die Eduspaces Toolbox der UZH beschleunigt die Planung von Bauprojekten, da Anforderungen schneller formuliert werden können.

Offene Fragen

  • Skalierung informeller Netzwerke:

    • Wie lassen sich informelle Netzwerke (z. B. ERFA-Gruppen) in formelle Strukturen überführen, ohne ihre Dynamik zu verlieren?
    • Beispiel: Die „LabSpaces Swiss Alliance“ ist zeitlich befristet – wie kann das Projekt nach 2027 verstetigt werden?
  • Motivation auf operativer Ebene:

    • Wie können Mitarbeitende auf operativer Ebene langfristig für hochschulübergreifende Projekte gewonnen werden, insbesondere bei Zeitmangel und Personalengpässen?
    • Beispiel: Daniel Hofmanns Frage, wie sich die Motivation von Mitarbeitenden in kleineren Einrichtungen (z. B. Bibliotheken) steigern lässt.
  • Governance-Modelle:

    • Welche Governance-Modelle eignen sich für hochschulübergreifende Kooperationen (z. B. Genossenschaften, Stiftungen, Peer-Modelle)?
    • Beispiel: Die Niederlande nutzen Genossenschaften für ICT-Netzwerke – wäre ein ähnliches Modell für die Schweiz denkbar?
  • Finanzierung und politische Unterstützung:

    • Wie können hochschulübergreifende Projekte langfristig finanziert werden, insbesondere wenn externe Fördergelder (z. B. DIZH) auslaufen?
    • Beispiel: Das „Kompetenzzentrum für Digitale Raumfragen“ ist auf eine Anschubfinanzierung angewiesen – wie kann es sich selbst tragen?
  • Akademische Einbindung:

    • Wie lässt sich die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Akademie (Lehre/Forschung) weiter stärken, ohne dass akademische Freiheiten eingeschränkt werden?
    • Beispiel: Die „LabSpaces Swiss Alliance“ bindet Vertreter:innen aus Fakultäten ein – wie kann diese Einbindung nachhaltig gestaltet werden?

Ergebnis

Vorläufige Klärungen:

  • Bewusstsein für die Notwendigkeit hochschulübergreifender Zusammenarbeit:

    • Die Teilnehmenden sind sich einig, dass die zunehmende Komplexität und Ressourcenknappheit eine Zusammenarbeit erfordern.
    • Beispiele wie „LabSpaces Swiss Alliance“ oder „Lernumgebung Zürich“ zeigen, dass Kooperationen machbar sind und Mehrwerte schaffen (z. B. Kostenersparnis, Wissenstransfer).
  • Erfolgsfaktoren für Kooperationen:

    • Vertrauen: Persönliche Kontakte und informelle Austauschformate sind entscheidend.
    • Partizipation: Frühzeitige Einbindung aller Akteur:innen (Lehre, Forschung, Betrieb, Verwaltung) fördert Akzeptanz.
    • Strukturelle Verankerung: Informelle Netzwerke müssen langfristig formalisiert werden (z. B. durch Kompetenzzentren).
    • Wertschätzung: Die Expertise aller Beteiligten muss anerkannt und genutzt werden.
  • Internationale Vorbilder:

    • Projekte wie „Campus NL“ (Niederlande) oder das „Space Sharing Framework“ des Imperial College London (UK) zeigen, dass hochschulübergreifende Kooperationen funktionieren können.
    • Unterschiedliche Governance-Modelle (Genossenschaften, Stiftungen, Peer-Modelle) bieten Anknüpfungspunkte für die Schweiz.

Was nehmen die Teilnehmenden mit?

  • Praktische Handlungsansätze:

    • Netzwerkbildung: Teilnehmende wurden ermutigt, sich aktiv in bestehende Netzwerke einzubringen (z. B. ERFA-Gruppen) oder neue Kooperationen anzustoßen.
    • Wissen teilen: Die Bereitschaft, Erfahrungen (auch „Fails“) offen zu kommunizieren, wurde als zentraler Erfolgsfaktor hervorgehoben.
    • Strategische Investitionen: Der Grundsatz „Wir müssen investieren, um zu sparen“ (z. B. durch digitale Anforderungskataloge) wurde als Leitlinie für zukünftige Projekte genannt.
  • Inspiration und Motivation:

    • Die Diskussion zeigte, dass hochschulübergreifende Zusammenarbeit nicht nur möglich, sondern notwendig ist, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.
    • Teilnehmende wie Daniel Hofmann nahmen konkrete Ideen mit, wie sie Mitarbeitende auf operativer Ebene motivieren können (z. B. durch gezielte Ansprache von Expertise).
  • Offene Einladung zum Austausch:

    • Die Referent:innen luden die Teilnehmenden ein, sich bei Interesse an den vorgestellten Projekten zu beteiligen oder eigene Ideen einzubringen.
    • Kontaktdaten und Projektunterlagen (z. B. Eduspaces Toolbox) wurden zur Verfügung gestellt.

Ausblick:

  • Das geplante „Hochschulübergreifende Kompetenzzentrum für Digitale Raumfragen“ könnte eine zentrale Rolle bei der Verstetigung hochschulübergreifender Zusammenarbeit spielen.
  • Die Teilnehmenden wurden ermutigt, die Diskussion in ihren eigenen Institutionen fortzuführen und konkrete Schritte zur Vernetzung einzuleiten.

Fragen & Antworten

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Wie lässt sich die akademische Perspektive in die Planung der Hochschulinfrastruktur einbinden?

Die Einbindung erfolgt über partizipative Gestaltungsprozesse, bei denen interdisziplinäre Teams aus dem Rektorat, der Akademie, Studierenden und dem Betrieb von Beginn an zusammenarbeiten, um Anforderungen gemeinsam zu diskutieren.

Wie können Mitarbeitende auf operativer Ebene motiviert werden, sich an hochschulübergreifenden Projekten zu beteiligen, insbesondere bei Zeitmangel und Personalengpässen?

Erfolgsfaktoren sind die gezielte Ansprache der individuellen Expertise statt nur der Verfügbarkeit sowie die Schaffung von Vertrauen durch echte Partizipation, bei der Feedback sichtbar in die Ergebnisse einfließt.

Wie kann man mit dem Widerstand oder der fehlenden Zeit von operativem Personal umgehen, wenn diese sich nicht als Expert:innen wahrnehmen?

Es hilft, den Fokus auf den langfristigen Nutzen zu legen: Strategische Investitionen in gemeinsame Konzepte (z. B. digitale Anforderungskataloge) sparen im späteren Projektverlauf massiv Zeit und Ressourcen ein.

Diagramm

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100%
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      ["Governance-Modelle"]
      ["Finanzierung und politische Unterstützung"]
    ["Ergebnisse und Ausblick"]
      ["Bewusstsein für Zusammenarbeit"]
      ["Erfolgsfaktoren für Kooperationen"]
      ["Inspiration und Motivation"]