Session-Dokumentation • Lightning talk • Deutsch

Lightning Talks: Open for Change

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Zusammenfassung

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Talk 1: Nurturing Openness – Wie Open Education an Hochschulen gestärkt wird

Kontext

Open Education und Open Educational Resources (OER) sind zentrale Bausteine für offene Bildung, scheitern jedoch oft an der Umsetzung im Hochschulalltag. Trotz institutioneller Strategien fehlt es an nachhaltiger Pflege und Motivation bei Lehrenden.

Kernaussage

Open Education benötigt kontinuierliche „Pflege“ durch Einzelpersonen, um langfristig zu gedeihen. Fünf Maßnahmen fördern dies:

  1. Konkrete Ziele setzen: Lehrende definieren realistische OER-Projekte pro Semester.
  2. Remixen und Nutzen: Bestehende OER werden adaptiert, verbessert und geteilt.
  3. Wissen teilen: Informelle Weitergabe von Know-how (z. B. in Kaffeepausen oder Publikationen).
  4. Weiterbildung: Regelmäßige Teilnahme an OER-Camps oder Arbeitsgruppen.
  5. Innehalten: Neue Ansätze ausprobieren, statt Routinen zu wiederholen.

Die Universität Graz zeigt als zertifizierte OER-Hochschule (2023), wie 18 zertifizierte OER-Praktiker:innen über 1.000 Materialien veröffentlichten und gezielt beworben haben.

Fazit

Open Education lebt von individueller Initiative. Lehrende sollten OER als Gemeinschaftsaufgabe begreifen und durch kleine, praxistaugliche Schritte vorantreiben.


Talk 2: 2040 Tassen Kaffee für digitale Souveränität – Die MoodleMoot DACH 2025

Kontext

Die MoodleMoot DACH ist eine jährliche Konferenz für die Open-Source-Lernplattform Moodle, die 2025 in Lübeck stattfand. Sie vereint Entwickler:innen, Lehrende und Institutionen zur kollaborativen Weiterentwicklung.

Kernaussage

Die MoodleMoot DACH 2025 demonstrierte, wie digitale Souveränität durch offene Kollaboration entsteht:

  • Teilnehmende: 296 Personen aus 19 Ländern, darunter 7 Entwickler:innen des Moodle-Headquarters.
  • Formate: 22 DevCamp-Projekte (z. B. KI-Agenten, Monitoring-Tools) und 80 BarCamp-Sessions (u. a. zu KI-Integration, E-Portfolios).
  • Community-Prinzipien: Keine Marketingveranstaltung, sondern aktives Mitgestalten („Mach das, statt kauf das“).
  • Inklusion: Zweisprachigkeit, Kinderbetreuung und Nachhaltigkeitsmaßnahmen.

Moodle wird an über 265 deutschsprachigen Hochschulen für 1,7 Mio. Studierende genutzt (z. B. Mebis in Bayern mit 800.000 User:innen). Die Konferenz stärkt die Unabhängigkeit von proprietären Anbietern.

Fazit

Dialogische Formate wie DevCamps und BarCamps sind essenziell, um Open-Source-Infrastrukturen bedarfsgerecht zu entwickeln. Bildungseinrichtungen sollten solche Kollaborationen aktiv fördern.


Talk 3: Warum es Studierende im Open-Science-Movement braucht

Kontext

Open Science soll wissenschaftliche Praktiken transparenter und reproduzierbarer machen, wird aber oft nur von etablierten Forschenden diskutiert. Studierende – die zukünftige Wissenschaftsgeneration – bleiben meist unberücksichtigt.

Kernaussage

Studierende sind entscheidend für einen nachhaltigen Kulturwandel, weil:

  1. Gewohnheiten prägen: Open-Science-Prinzipien müssen früh antrainiert werden, um alte Metriken (z. B. Impact-Faktor) zu überwinden.
  2. Multiplikator:innen: Studentische Netzwerke (z. B. Fachschaften) tragen Diskussionen über Studienjahre hinweg.
  3. Experimentierfreude: Ohne Karrierezwänge können Studierende radikale Ideen ausprobieren (z. B. Replikationsstudien).

Das Student Network for Open Science (NOS) zeigt, wie Studierende durch Formate wie Peer-Review-Kurse oder ein eigenes Open-Science-Journal eingebunden werden. Jährlich erreichen sie hunderte Kommiliton:innen.

Fazit

Hochschulen und Open-Science-Initiativen müssen Studierende als gleichberechtigte Partner:innen einbinden – durch Ressourcen, Plattformen und ernsthafte Diskussionsräume.