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LERNREISE - Partizipative Lehrkräftebildung für zukunftsfähige Schulen

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📚 Student Voices Die Studierenden konzipierten das Format über die Initiative Kreidestaub selbst und übernehmen die vollständige operative Verantwortung von der Finanzplanung bis zur Auswahl innovativer Schulen. Durch kreative Prüfungsleistungen wie Podcasts oder Lego-Modelle transformieren sie theoretische Erkenntnisse in praxisnahe Impulse für die besuchten Bildungseinrichtungen.

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Zusammenfassung

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Kontext

Das Projektseminar „Lernreise“ ist ein innovatives Lehrformat der Universität Hamburg, das Lehramtsstudierende aktiv in die Gestaltung ihrer eigenen Ausbildung einbindet. Ziel ist es, Theorie und Praxis der Schulentwicklung zu verbinden, indem Studierende bundesweit innovative Schulen besuchen, hospitieren und ihre Erkenntnisse in kreativen Formaten präsentieren. Das Seminar fördert Partizipation, Selbstverantwortung und den Perspektivwechsel von der Unterrichtsebene hin zur Schule als Organisation. Entwickelt wurde das Konzept von der studentischen Initiative Kreidestaub und wird seit drei Jahren in Hamburg umgesetzt.


Kernaussagen

1. Verbindung von Theorie und Praxis durch reale Schulhospitationen

  • Studierende wählen selbst innovative Schulen aus, besuchen diese und hospitieren vor Ort, statt nur theoretische Konzepte zu diskutieren.
  • Die Reise führt zu einem Perspektivwechsel: Teilnehmende betrachten Schule nicht nur als Unterrichtsraum, sondern als Organisation mit strukturellen und entwicklungsbezogenen Aspekten.
  • Beispielhafte Schulen:
    • Campus Kieler Straße (Hamburg): Offene Lernlandschaften ohne klassische Klassenräume.
    • Laborschule Bielefeld: Keine Noten, stattdessen „Herausforderungen“ (z. B. Praktika oder kreative Projekte).
    • Elisabeth-Fontane-Schule (Heidelberg): Inklusive Konzepte für neurodivergente Kinder.

2. Hohe Partizipation und Selbstorganisation der Studierenden

  • Studierende übernehmen die komplette Organisation der Reise:
    • Auswahl der Schulen, Kontaktaufnahme, Finanzplanung, Buchung von Unterkünften und Transport.
    • Gestaltung des Seminarplans und der Prüfungsleistung.
  • Die Rolle der Dozierenden wandelt sich: Sie sichern den wissenschaftlichen Rahmen, treffen aber keine inhaltlichen oder organisatorischen Entscheidungen für die Studierenden.
  • Rollenwechsel: Ehemalige Teilnehmende können als „Starter:innen“ die nächste Gruppe begleiten und moderieren, was neue Lernperspektiven eröffnet.

3. Kreative Prüfungsleistungen und öffentlicher Theorie-Praxis-Dialog

  • Statt klassischer Hausarbeiten erstellen Studierende kreative Produkte als Prüfungsleistung, z. B.:
    • Podcasts, Kochbücher, Modelle (z. B. Playmobil- oder Lego-Darstellungen), Poster oder Puzzles.
  • Die Ergebnisse werden in einem öffentlichen Abschlussevent präsentiert, zu dem Bildungsinteressierte, Studierende und Schulen eingeladen sind.
  • Feedback der Studierenden zeigt, dass die Produkte praktischen Nutzen haben: Schulen nutzen die Rückmeldungen für ihre Weiterentwicklung.

4. Förderung von Professionalisierung und Reflexionsfähigkeit

  • Das Format stärkt Schlüsselkompetenzen für den Lehrberuf:
    • Kooperationsfähigkeit, Reflexion, Selbstwirksamkeit und Verantwortungsübernahme.
    • Umgang mit Diversität (z. B. unterschiedliche Charaktere, Bedürfnisse und Kapazitäten in der Gruppe).
  • Evaluationen bestätigen den Lernerfolg:
    • Studierende entwickeln einen „Metablick“ auf Schule und Lust auf aktive Mitgestaltung.
    • Die Erfahrung des gemeinsamen Handelns wird als prägend für die Berufsidentität beschrieben.

5. Offenheit und Vertrauen als zentrale Prinzipien

  • Dozierende müssen loslassen und unerwartete Wendungen zulassen, um echte Lernerfahrungen zu ermöglichen.
  • Studierende benötigen Offenheit für:
    • Flexible Unterkünfte (z. B. Turnhallen, Hostels, private Wohnungen).
    • Unvorhergesehene Situationen (z. B. spontane Reflexionsrunden oder Budgetanpassungen).
  • Die intrinsische Motivation der Teilnehmenden ist entscheidend: Ohne Engagement der Studierenden kommt die Reise nicht zustande.

Fazit

Die Lernreise ist ein Gegenentwurf zu traditionellen Lehrformaten und zeigt, wie Lehrkräftebildung durch Partizipation, Praxisbezug und kreative Prüfungsformate gelingen kann. Sie legt den Grundstein für zukunftsfähige Schulen, indem sie Studierende zu aktiven Gestalter:innen ihres eigenen Lernens macht – und damit zu Lehrkräften, die diese Haltung später an ihre Schüler:innen weitergeben.

Handlungsempfehlungen:

  • Ausweitung partizipativer Formate im Lehramtsstudium, um Theorie-Praxis-Verknüpfung und Selbstverantwortung zu stärken.
  • Veränderung der Prüfungskultur: Kreative, praxisnahe Leistungen fördern, die über reine Wissensabfrage hinausgehen.
  • Schaffung von Räumen für studentische Initiativen und innovative Lehrkonzepte, um Motivation und Engagement zu nutzen.

Diagramm

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100%
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  root)Lernreise: Partizipative Lehrkräftebildung(
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      ["Hospitationen an innovativen Schulen"]
      ["Schule als Organisation verstehen"]
      ["Beispiel: Campus Kieler Straße"]
    ["Partizipation & Selbstorganisation"]
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      ["Öffentliche Präsentation der Ergebnisse"]
      ["Praktischer Nutzen für Schulen"]
    ["Professionalisierung"]
      ["Schlüsselkompetenzen: Kooperation & Reflexion"]
      ["Metablick auf Schule entwickeln"]
      ["Gemeinsames Handeln als Lernerfahrung"]
    ["Offenheit & Vertrauen"]
      ["Flexible Unterkünfte & Budget"]
      ["Intrinsische Motivation entscheidend"]
      ["Dozierende lassen los"]
    ["Fazit & Handlungsempfehlungen"]
      ["Gegenentwurf zu traditionellen Formaten"]
      ["Mehr partizipative Lehrformate"]
      ["Veränderung der Prüfungskultur"]