Zwischen Hype und Hochschulrealität - KI im digitalen Prüfungsalltag an der Hochschule München
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Die Hochschule München hat im Sommersemester 2025 eine KI-gestützte Prüfungsumgebung in ihr bestehendes Prüfungsframework EXaHM integriert. Ziel war es, generative KI-Tools wie ChatGPT prüfungs- und rechtssicher in digitale Prüfungen einzubinden, um anwendungsbezogene Problemlösungskompetenz unter Nutzung professioneller Werkzeuge zu testen. Die Lösung kombiniert technische Absicherung mit didaktischen Anpassungen und bezieht alle relevanten Stakeholder:innen ein. Der Vortrag diskutiert Chancen, Herausforderungen und praktische Erfahrungen aus diesem Pilotprojekt.
Die Hochschule München zeigt mit ihrem Pilotprojekt, dass KI-gestützte Prüfungen technisch machbar und didaktisch sinnvoll sein können – vorausgesetzt, es gibt klare Leitplanken, pragmatische Lösungen und die Einbindung aller Beteiligten. Die Erfahrungen unterstreichen:
Handlungsempfehlung: Hochschulen sollten niedrigschwellige Pilotierungen starten, um Erfahrungen zu sammeln, ohne auf perfekte Lösungen zu warten. Dabei sind Vertrauen zwischen Lehrenden, Studierenden und Support sowie die Anpassung der Lehre an KI-Kompetenzen entscheidend.
Die Hochschule nutzte Interpretationsspielräume der Prüfungsordnung, indem sie KI analog zu einem Taschenrechner als Hilfsmittel definierte. Zudem dienten öffentliche politische Forderungen und die KI-Leitlinie Bayern als Legitimation für das Pilotprojekt.
Es wurden KI-robuste Aufgaben entwickelt, die unbekannte Sachverhalte enthalten, welche der KI nicht vorliegen. Zudem wird durch ein detailliertes Prompt-Logging (Snapshots alle 5 Sekunden) die gesamte Interaktion mit der KI dokumentiert und nachvollziehbar gemacht.
Es wurde ein Kiosk-Modus verwendet, der den Zugriff auf externe Webseiten verhindert, sowie eine API-basierte Anonymisierungsschnittstelle (Hawkeye) für den Datenschutz. Zudem wurden Token-Limits und die Multifaktor-Authentifizierung für den Prüfungszeitraum deaktiviert, um faire Bedingungen zu schaffen.
Erste Beobachtungen des Lehrenden deuten auf einen 'antidawinistischen Chancenausgleich' hin, bei dem insbesondere schwächere Studierende stärker von der KI profitierten und dadurch eher die Bestehensgrenze erreichten.
Das sogenannte 'Reliabilitätsdilemma', dass identische Prompts unterschiedliche Ergebnisse liefern können, wurde als Problem identifiziert. Aktuell gibt es hierfür jedoch noch keine technische oder organisatorische Lösung.
mindmap
root)KI im digitalen Prüfungsalltag(
["Technische Implementierung"]
["EXaHM mit ChatGPT-Schnittstelle"]
["Hawkeye für Anonymisierung"]
["Kiosk-Modus & Logging"]
["Rechtliche & organisatorische Hürden"]
["KI als Hilfsmittel verankert"]
["Schnelle Umsetzung ohne Gremien"]
["Kostenkontrolle via Token-Limits"]
["Didaktische Anpassungen"]
["KI-robuste Aufgaben"]
["Kritische Einordnung von KI-Ergebnissen"]
["KI als professionelles Tool"]
["Stakeholder-Einbindung"]
["Zusammenarbeit mit IT & Lehrenden"]
["Studierenden-Feedback"]
["Chancengleichheit & Lehrkompetenzen"]
["Profit für schwächere Studierende"]
["Prompting-Kompetenz in Lehre"]