Vertrauen am Limit. Lehr-Lern-Beziehungen im Zeitalter generativer KI
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Der Vortrag von Anne Mazuga thematisiert die zentrale Rolle von Vertrauen in Lehr-Lern-Beziehungen an Hochschulen und die Herausforderungen, die durch den Einsatz generativer KI entstehen. Vertrauen basiert auf wechselseitigen Normen wie Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Wohlwollen, die durch KI infrage gestellt werden, da der Lernprozess von seinem Ergebnis entkoppelt wird. Die Referentin plädiert für eine Neuausrichtung des Diskurses über KI in der Lehre – weg von Kontrolle und Sanktionen hin zu einem Dialog über den Sinn des Lernens und die Bedeutung zwischenmenschlicher Beziehungen.
Generative KI stellt Lehr-Lern-Beziehungen vor fundamentale Herausforderungen, indem sie Vertrauen als Grundlage des Lernens untergräbt. Die Lösung liegt nicht in mehr Kontrolle, sondern in der Rückbesinnung auf zwischenmenschliche Beziehungen und der Neudefinition des Lernens selbst. Hochschulen müssen einen Dialog über den Sinn des Studiums führen und Studierende darin unterstützen, Vertrauen in sich selbst, in Lehrende und in den Lernprozess (wieder) zu entwickeln – trotz oder gerade wegen KI. Entscheidend ist, dass KI nicht als Ersatz für menschliche Interaktion, sondern als Werkzeug zur Unterstützung genutzt wird, das den mühsamen, aber wertvollen Prozess des Lernens nicht ersetzt, sondern ergänzt.
Die Referentin beobachtet, dass viele Hochschulen KI primär im Kontext von Kontrolle und Sanktionen bei der Leistungsbewertung regulieren. Sie plädiert stattdessen für einen Perspektivwechsel: KI sollte nicht im Kontext von Verboten, sondern im Kontext von Lernen und der Lehr-Lern-Beziehung diskutiert werden.
Vertrauenswürdigkeit ist primär ein Merkmal menschlicher Interaktion. Wenn Dozierende ihre eigene Verletzlichkeit und ihre Erwartungen an die Studierenden explizit machen, schaffen sie ein Fundament, auf dem Studierende den Unterschied zwischen echtem menschlichem Vertrauen und der technischen Funktionsweise einer KI besser erkennen können.
Es ist notwendig, die Perspektive zu ändern und den Fokus wieder stärker auf die Mensch-Mensch-Beziehung zu legen. Dabei sollte gemeinsam mit den Studierenden die Sinnfrage des Lernens reflektiert werden, um zu entscheiden, welche Aspekte des Lernprozesses bewahrt werden müssen und welche obsolet geworden sind.
mindmap
root)Vertrauen am Limit: Lehr-Lern-Beziehungen im Zeitalter generativer KI(
["Vertrauen als Grundlage"]
["Wechselseitige Erwartungen"]
["Verletzlichkeit in Beziehungen"]
["KI als Störfaktor"]
["Entkopplung Prozess-Ergebnis"]
["Kategorienfehler: KI vs. Mensch"]
["Vertrauen lernen"]
["Menschliche Beziehungen als Voraussetzung"]
["Hochschulen als Ort ethischer Standards"]
["Neue Formen des Vertrauensverlusts"]
["Misstrauen als Standardfall"]
["Sinnkrise des Lernens"]
["Handlungsempfehlungen"]
["Perspektivwechsel im KI-Diskurs"]
["Neudefinition von Lernleistungen"]