Session-Dokumentation • Lightning talk • Deutsch

Lightning Talks: Studieren & Beteiligen

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📚 Student Voices Studierende fungieren in der Session sowohl als aktive Ko-Konstrukteure von Trainingsprogrammen für kritisches Denken als auch als partizipative Forscher:innen in philosophischen Gesellschaftsutopien. Gleichzeitig wird ihre Perspektive auf strukturelle Barrieren wie finanzielle Not und Zeitdruck sichtbar gemacht, die echte Mitgestaltung an Hochschulen oft erschweren.

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Zusammenfassung

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Hier die kompakte Zusammenfassung der Lightning Talks gemäß der vorgegebenen Struktur:


Talk 1: Souveränes Philosophieren – Partizipative Forschung als Brücke zwischen Akademie und Gesellschaft

Kontext

Philosophie bewegt sich im Spannungsfeld zwischen akademischer Spezialisierung und gesellschaftlicher Relevanz. Der Beitrag zeigt, wie philosophische Forschung durch partizipative Formate öffentlich wirksam werden kann, ohne ihren wissenschaftlichen Anspruch zu verlieren.

Kernaussage

  • Kooperative Wissensproduktion: Ein Demokratie-Workshop für philosophisch Interessierte (u. a. Studierende, Dozierende, zivilgesellschaftliche Akteur:innen) entwickelte sich zu einem partizipativen Forschungsprojekt zu Gesellschaftsutopien.
    • Modellcharakter: Wissen entsteht nicht einseitig durch Hochschulen, sondern im Austausch mit der Zivilgesellschaft. Dies erfordert strukturelle Offenheit und reflexive Methoden.
    • Philosophieren als soziale Praxis: Durch eigenständiges Denken, Austausch und wissenschaftliche Reflexion lernen Teilnehmer:innen, Vorurteile zu erkennen und souverän in gesellschaftliche Debatten einzubringen (comprehensive worldviews).
    • Beispiel: Ein Gedankenexperiment zu moralischen Grundhaltungen (Realismus vs. Idealismus) zeigte, wie unbewusste Annahmen Diskussionen prägen – relevant für Ethikräte oder politische Gremien.

Fazit

Partizipative Philosophie kann als Modell für die Third Mission von Hochschulen dienen: Sie verknüpft akademische Expertise mit öffentlichem Engagement und macht Philosophie als Werkzeug demokratischer Transformation nutzbar.


Talk 2: Studentische Aushilfs- und Vertretungslehrkräfte unterstützen (save_u)

Kontext

Durch den Lehrkräftemangel arbeiten immer mehr Lehramtsstudierende als Vertretungslehrkräfte – oft ohne Begleitung. Dies birgt Risiken wie die Aneignung dysfunktionaler Handlungsmuster oder die Entwertung des Studiums.

Kernaussage

  • Problemaufriss: Eine Umfrage des Stifterverbands (2025, n = 2.300) ergab:
    • 95 % der Vertretungslehrkräfte unterrichten eigenständig, 50 % schulformfremd, 50 % fachfremd.
    • 96 % erhalten keine hochschulische Unterstützung.
    • Folgen: Unbetreuter Unterricht führt zu nicht-funktionalen Routinen und untergräbt die wissenschaftliche Qualifikation.
  • Lösungsansatz (Projekt save_u):
    • Strukturen: Professionelle Lerngemeinschaften (Studierende, Dozierende, Lehrkräfte), Kick-off-/Midterm-/Final-Academies.
    • Angebote: Individuelle Beratung (Unterrichtsplanung, Coaching), Nanomodule (z. B. Schulrecht, Stressbewältigung), Lernportfolios.
    • Ziel: Extracurriculare Praxiserfahrung für eine wissenschaftlich fundierte Professionalisierung nutzen – bei gleichzeitiger Entlastung der Schulen.

Fazit

Hochschulen und Schulen müssen als Partner:innen agieren, um Vertretungslehrkräfte systematisch zu begleiten. Dies stärkt die Unterrichtsqualität und beugt Deprofessionalisierung vor.


Talk 3: Kompetenzen erfolgreichen Studierens effizient stärken (FitKom)

Kontext

Studierende stehen unter hohem Druck (Regelstudienzeit, finanzielle Belastung). Das Projekt FitKom untersucht, welche Kompetenzen für ein zufriedenstellendes Studium zentral sind und wie diese gezielt gefördert werden können.

Kernaussage

  • Herausforderungen (qualitativ-quantitative Erhebung):
    • Studierende nennen vor allem überfachliche Kompetenzen als Hürden: wissenschaftliches Arbeiten, Lernstrategien, Umgang mit englischsprachigen Texten, Forschungsmethoden.
    • Lehrende bewerten die schulische Vorbereitung auf das Studium noch kritischer als Studierende.
  • Lösungsansatz:
    • Online-Assessment: Checkliste zu Kompetenzfacetten mit automatisiertem Feedback.
    • Selbstlernmodule: Kleine, flexible Einheiten (z. B. zu Zeitmanagement), die parallel zum Studium nutzbar sind.
    • Wegweiser: Verknüpfung mit bestehenden Hochschulangeboten.
  • Zielgruppe: Besonders Studienanfänger:innen mit heterogenen Vorerfahrungen.

Fazit

Studierende benötigen niedrigschwellige, differenzierte Unterstützung – besonders in überfachlichen Kompetenzen. Digitale Tools können hier Brücken bauen, müssen aber an individuelle Bedarfe angepasst werden.


Talk 4: Partizipation für alle – oder nur für die Belastbaren?

Kontext

Studentische Mitgestaltung an Hochschulen ist theoretisch erwünscht, scheitert aber oft an strukturellen Barrieren wie Zeitmangel oder finanzieller Not. Der Talk beleuchtet die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität.

Kernaussage

  • Probleme:
    • Zeitdruck: BAföG-Bindung und Nebenjobs lassen kaum Raum für Engagement.
    • Finanzielle Belastung: Steigende Lebenshaltungskosten (Mieten, Semesterbeiträge) erzwingen Nebenjobs.
    • Individuelle Belastungen: Care-Arbeit, chronische Erkrankungen oder soziale Verpflichtungen reduzieren Kapazitäten.
    • Strukturelle Hürden: Geringe Sichtbarkeit von Angeboten, fehlende Anerkennung (z. B. für ehrenamtliche Arbeit).
  • Chancen von Partizipation:
    • Für Studierende: Persönliche Weiterentwicklung (z. B. Future Skills wie Projektmanagement), Praxisbezug.
    • Für Hochschulen: Neue Perspektiven, lebendiger Austausch, Impulse für Veränderungen.
  • Lösungsvorschläge:
    • Kurzfristig: Bessere Kommunikation (z. B. "Nacht der Hochschulgruppen"), Sichtbarmachung von Benefits.
    • Langfristig: Bezahlung für Engagement, Verlängerung der Regelstudienzeit, strukturelle Entlastung.

Fazit

Studentische Partizipation darf keine Eliteveranstaltung sein. Hochschulen müssen Rahmenbedingungen schaffen, die Engagement für alle ermöglichen – etwa durch finanzielle Anerkennung und flexiblere Studienstrukturen.


Talk 5: Critical Thinking Under Pressure – Studierende als Demokratiefaktor

Kontext

Desinformation, generative KI und polarisierte Debatten gefährden demokratische Diskurse. Studierende – als zukünftige Multiplikator:innen – benötigen kritisches Denken, um fundierte Urteile zu bilden.

Kernaussage

  • Herausforderung: KI-generierte Inhalte (z. B. ungekennzeichnete Bilder im heute-journal) und populistische Aussagen (z. B. Trumps Leugnung von Klimarisiken) untergraben rationale Debatten.
  • Lösungsansatz (Projekt Critical Thinkers):
    • Trainingsprogramm für Lehramtsstudierende (Pilotierung an der Uni Bielefeld), basierend auf:
      • Skill-Komponente: Deklaratives Wissen (z. B. Argumente prüfen) + prozedurales Wissen (z. B. Behauptungen stützen).
      • Will-Komponente: Überzeugung, dass Positionen bewertbar sind + Wertschätzung intellektuellen Engagements (vgl. Hefter et al., 2018).
    • Methodik: Kokonstruktion mit Studierenden, Bezug auf Modelle von Diana Kuhn und das AI Literacy Framework.
    • Ziel: Open Educational Resources für bundesweite Nutzung.
  • Vision: Studierende als Critical Thinkers stärken die Demokratie – besonders im Umgang mit KI und Fake News.

Fazit

Kritisches Denken ist ein Future Skill für demokratische Gesellschaften. Hochschulen müssen gezielte Trainings anbieten, um Studierende auf die Herausforderungen der digitalen Informationsflut vorzubereiten.