Prüfen unter Druck – Rechtsrahmen zwischen Innovation und Integrität
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Der Vortrag von Carolin Fuß thematisiert die Herausforderungen, die generative KI für Prüfungen im Hochschulkontext mit sich bringt. Hochschulen stehen vor der Frage, wie sie Prüfungen fair, rechtssicher und zeitgemäß gestalten können, während KI-Werkzeuge die Abgrenzung von Eigenleistung erschweren. Der Fokus liegt auf den rechtlichen und institutionellen Spannungsfeldern zwischen Verbot und Zulassung von KI, Kontrolle und Vertrauen sowie Chancengleichheit und Innovationsanforderungen. Ziel ist es, Prüfungsrecht und Hochschulgovernance weiterzuentwickeln, um Systemvertrauen zu sichern.
Hochschulen müssen Prüfungsformate und -zwecke kritisch überdenken, um den Herausforderungen durch generative KI gerecht zu werden. Ein rechtssicherer Rahmen ist notwendig, der:
Ein Paradigmenwechsel in der Prüfungsdidaktik ist unausweichlich, um Integrität und Innovation gleichermaßen zu gewährleisten.
Österreich hat eine klare Legaldefinition für wissenschaftliches Fehlverhalten im Hochschulqualitätssicherungsgesetz, die auch die missbräuchliche KI-Nutzung umfasst. Deutschland stützt sich auf den unbestimmten Rechtsbegriff der „guten wissenschaftlichen Praxis“ und definiert Täuschungen über die Eigenständigkeit, was zu einer höheren Rechtsunsicherheit führt.
KI-generierte Texte sind an sich kein Plagiat, da sie nicht notwendigerweise die Urheberschaft einer spezifischen Person anmaßen. Allerdings können sie Plagiate enthalten, wenn die KI urheberrechtlich geschützte Inhalte aus ihren Trainingsdaten übernimmt.
Nein, KI-Detektoren sind aufgrund einer zu hohen False-Positive-Rate und mangelnder Transparenz ihrer Funktionsweise nicht rechtsicher. In Deutschland fehlt zudem eine entsprechende Rechtsgrundlage für ihren Einsatz.
Die Eigenständigkeitserklärung erleichtert den Nachweis des subjektiven Täuschungswillens. Wenn ein Studierender unterschreibt, die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis eingehalten zu haben, und dennoch eine Täuschung vorliegt, ist der Vorsatz leichter nachzuweisen.
Hochschulen sollten einen Paradigmenwechsel vollziehen und Prüfungsformate nach dem Prinzip „Form follows Function“ am Prüfungszweck ausrichten. Zudem ist eine rechtssichere Normierung der KI-Nutzung in Prüfungsordnungen sowie die didaktische Integration von AI Literacy notwendig.
mindmap
root)Prüfen unter Druck – Rechtsrahmen zwischen Innovation und Integrität(
["Rechtliche Grundlagen"]
["EU-Recht (DSGVO, AI Act)"]
["Deutschland: Ländersache, gute wissenschaftliche Praxis"]
["Österreich: Bundeskompetenz, explizite Definitionen"]
["Eigenständigkeit & Hilfsmittel"]
["Eigenständigkeitsgrundsatz (Art. 12 GG)"]
["Erlaubte vs. unerlaubte KI-Nutzung"]
["Haftung für KI-Fehler"]
["Täuschung & Beweisführung"]
["Plagiat, Ghostwriting, Datenmanipulation"]
["Anscheinsbeweis & Eigenständigkeitserklärung"]
["KI-Detektoren: Unzuverlässig"]
["Rechtliche Konsequenzen"]
["Prüfungsrecht: Nichtbestehen, Aktenvermerk"]
["Hochschulrecht: Exmatrikulation, Titelentzug"]
["Strafrecht: Urheberrecht, Ghostwriting (AT)"]
["Prüfungsformate & KI"]
["Prüfungszweck als Leitlinie"]
["KI als Hilfsmittel: Kompetenzorientiert"]
["Paradigmenwechsel: Didaktische Anpassung"]
["Aktuelle Rechtsprechung"]
["VG München: KI-Essay als Nichtzulassungsgrund"]
["VG Kassel: Exmatrikulation wegen KI-Nutzung"]