Unter Druck entstehen Diamanten
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Der Vortrag von Prof. Dr. Tobias Haertel thematisiert die strukturellen Herausforderungen bei der Umsetzung didaktischer Innovationen in der Hochschullehre, insbesondere in den Ingenieurwissenschaften. Trotz jahrzehntelanger Diskussionen über Reformbedarfe zeigen Hochschulen eine starke Beharrungstendenz. Externer Druck, wie während der Corona-Pandemie, kann kurzfristig Innovationen anstoßen, doch langfristige Veränderungen erfordern gezielte Strategien zur Stärkung von Kreativität und Resilienz bei Lehrenden und Führungskräften.
Didaktische Innovationen in der Hochschullehre erfordern drei zentrale Hebel:
Botschaft: Nur durch den konstruktiven Umgang mit Druck – kombiniert mit gezielter Förderung von Kreativität und Leadership – lassen sich die „Diamanten“ der Lehrinnovation langfristig realisieren.
Dies liegt an verschiedenen 'Druckminderern': dem exzellenten Ruf deutscher Ingenieurwissenschaften, starren mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundlagen-Curricula sowie einem hohen Effizienzdruck durch große Studierendenzahlen.
Berufungsverfahren und Kriterienkataloge honorieren primär Forschung, Publikationen und Drittmittel, während Lehrinnovationen kaum gewichtet werden und somit keinen Anreiz für Veränderungen bieten.
Der massive externe Druck führte kurzfristig zu einer hohen Bereitschaft für Digitalisierung, neuen Tools und hochschuldidaktischen Weiterbildungen, doch nach Wegfall des Drucks kehrten viele Lehrende zu traditionellen Mustern zurück.
Night Science ist eine Metapher für kreative Arbeit außerhalb des administrativen Tagesgeschäfts ('Day Science'). Ziel ist es, Wissenschaftlern durch Zeit und Ressourcen (z. B. in Tandems) den Raum zu geben, disruptive 'Big-C'-Ideen ohne Routinezwang zu entwickeln.
Junge Wissenschaftler haben oft viele kreative Ideen, aber keine Macht zur Umsetzung. Erfahrene Forschende besitzen zwar die Macht und Ressourcen, haben jedoch aufgrund von Management- und Organisationsaufgaben kaum noch Zeit für die eigentliche Kreativitätsentfaltung.
In der frühen Phase sind Methodenkompetenz, Kreativitätstechniken und Ambiguitätstoleranz entscheidend. In der späten Phase ist 'Academic Leadership' gefragt, um Teams so zu führen, dass Kreativität ermöglicht wird und dysfunktionale Strukturen nicht reproduziert werden.
mindmap
root)Unter Druck entstehen Diamanten(
["Strukturelle Beharrungstendenzen"]
["Historische Persistenz"]
["Starre Curricula"]
["Forschungsfokus"]
["Externer Druck als Katalysator"]
["Corona-Pandemie"]
["Rückfall in alte Muster"]
["Leuchtturmprojekte"]
["Kreativität in der Wissenschaft"]
["Kreativität als sozialer Prozess"]
["Night Science"]
["Paradoxon akademischer Karrieren"]
["Academic Leadership"]
["Kompetenzen in Karrierephasen"]
["Change Management"]
["Förderliche Rahmenbedingungen"]
["Empirische Erkenntnisse"]
["Selbstwirksamkeit"]
["Diskrepanz zum Umfeld"]
["Strukturelle Barrieren"]
["Fazit"]
["Druck strategisch nutzen"]
["Kreativität strukturell fördern"]
["Resilienz stärken"]