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„Unsichtbare Schätze“- informell erworbene Kompetenzen sichtbar machen

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KI-generierter Inhalt

Zusammenfassung

KI-generierter Inhalt

1. Kontext

Das duale Studium ist durch hohen Zeit- und Leistungsdruck geprägt, wodurch Studierende kaum Raum für Reflexion haben. Informell erworbene Kompetenzen – etwa durch praktische Erfahrungen – bleiben dadurch oft unsichtbar. Das Verbundprojekt Dual³ entwickelt einen KI-gestützten Hybridansatz (KI-Tool kombiniert mit menschlichem Coaching), um diese Kompetenzen systematisch zu erfassen und für Studierende, Hochschulen und Arbeitgeber:innen nutzbar zu machen.


2. Kernaussagen

2.1 Problemstellung: Reflexion als blinder Fleck im dualen Studium

  • Zeitmangel und Struktur: Studierende im dualen Studium haben wenig Gelegenheit, praktische Erfahrungen strukturiert zu reflektieren. Formale Lernziele dominieren, während informelle Kompetenzen (z. B. Teamarbeit, Problemlösung) unbewusst bleiben.
  • Fehlende Anerkennung: Ohne Sichtbarmachung können informell erworbene Fähigkeiten weder dokumentiert noch anerkannt werden – weder von den Studierenden selbst noch von Hochschulen oder Arbeitgeber:innen.
  • Zitate aus Interviews mit Studiengangsleitungen:
    • Studierende nehmen eigene Fortschritte kaum wahr.
    • Reflexionsprozesse scheitern oft an mangelnder Anleitung.
    • Individuelles Feedback durch Lehrende ist aufgrund der Studienstruktur nicht leistbar.

2.2 Differenzierung von Lernformen

  • Informelles Lernen:
    • Unbewusst, ungeplant, nicht dokumentiert (z. B. Lernen durch Praxis, Umgang mit neuen Situationen).
    • Beispiel: Studierende erwerben im Unternehmen soziale Kompetenzen, ohne dies als „Lernen“ zu begreifen.
  • Non-formales Lernen:
    • Geplant, aber außerhalb curricularer Prüfungen (z. B. Betriebsschulungen, Workshops).
    • Keine formale Dokumentation, aber strukturierter als informelles Lernen.
  • Fließende Grenzen:
    • Die Unterscheidung zwischen intentionalem/nicht-intentionalem und formalem/informellem Lernen ist in der Praxis oft unscharf.
    • Beispiel: Lesen eines Fachbuchs (intentional, aber informell) vs. Schulbesuch (formal, aber nicht immer intentional).

2.3 Reflexion als Schlüssel zur Kompetenzsichtbarkeit

  • Erfahrung ≠ Kompetenz: Erst durch strukturierte Reflexion werden unbewusste Lernprozesse bewusst und benennbar.
    • Grafik im Vortrag: Praxiserfahrung → Reflexion (Wissen, Können, Emotionen) → bewusste Kompetenz.
  • Herausforderungen:
    • Reflexion wird von Studierenden oft als „Last“ empfunden.
    • Lehrende können aufgrund hoher Studierendenzahlen kein individuelles Feedback geben.
    • Fehlender Austausch zwischen Theorie- und Praxisphasen (im Gegensatz zu Vollzeitstudiengängen).

2.4 Der Hybridansatz des Projekts Dual³

  • KI-gestütztes Tool:
    • Eingabe: Studierende beschreiben konkrete Handlungen (z. B. „Ich habe ein Einarbeitungsprojekt analysiert und Optimierungsvorschläge erarbeitet“).
    • KI-Funktion:
      • Zuordnung von „Handlungsankern“ (abstrakte Kompetenzbausteine, z. B. „wissenschaftliche Methoden anwenden“).
      • Subjektive Vertiefung durch gezielte Fragen (z. B. „War das wichtig für dich?“, „Bist du gut darin?“).
      • Keine Bewertung („gut/schlecht“), sondern subjektive Erfassung der Kompetenzen.
    • Output: Individuelle Kompetenzportfolios, Berichte für Hochschulen oder Arbeitgeber:innen.
  • Menschliches Coaching (optional):
    • Ziele:
      • Technische Unterstützung bei der Nutzung des Tools.
      • Kritische Reflexion der KI-Ergebnisse (z. B. „Stimmen die Zuordnungen?“).
      • Individuelle Einordnung („Was bedeutet das für meinen Studienverlauf?“).
    • Qualitätsmonitoring: Feedback der Studierenden fließt in die Weiterentwicklung des Tools ein.

2.5 Praktische Umsetzung und nächste Schritte

  • Aktuelle Entwicklungen:
    • Erstellung von Personas (fiktive Studierendenprofile mit typischen Praxiserfahrungen).
    • Didaktische Unterfütterung: Methoden zur Vertiefung der Reflexion (z. B. welche Fragen stellt die KI?).
    • Quelldatensatz: Integration verschiedener Kompetenzmodelle (z. B. Future Skills, Next Education) zur Vermeidung von Redundanzen.
  • Testphase:
    • Vergleich verschiedener KI-Tools (z. B. lokale Modelle vs. europäische Lösungen wie Mistral).
    • Ziel: Hybrider Reflexionsansatz, der technisch unterstützt, aber menschliche Kritikfähigkeit fördert.
  • Herausforderungen:
    • Motivation: Wie lassen sich Studierende, Hochschulen und Praxispartner:innen zur Teilnahme bewegen?
    • Datenschutz: Umgang mit sensiblen Praxiserfahrungen (z. B. Konflikte im Unternehmen).
    • Kompetenzmodelle: Welche Standards eignen sich für die KI-gestützte Erfassung?

3. Fazit

Das Projekt Dual³ adressiert ein zentrales Defizit des dualen Studiums: die mangelnde Sichtbarkeit informell erworbener Kompetenzen. Durch die Kombination von KI-gestützter Reflexion und menschlichem Coaching soll ein niedrigschwelliges, subjektorientiertes Tool entstehen, das:

  1. Studierende in ihrer Selbstwahrnehmung stärkt und ihnen hilft, Kompetenzen für Bewerbungen oder Studienverläufe zu dokumentieren.
  2. Hochschulen entlastet, indem es Reflexionsprozesse strukturiert und skalierbar macht.
  3. Arbeitgeber:innen transparente Einblicke in die Fähigkeiten ihrer dual Studierenden bietet.

Handlungsempfehlungen für die Praxis:

  • Hochschulen: Integration von Reflexionsformaten in die Studienstruktur (z. B. verpflichtende Portfolioarbeit mit KI-Unterstützung).
  • Studierende: Aktive Nutzung von Tools wie Dual³, um informelle Kompetenzen bewusst zu machen und für den Berufseinstieg aufzubereiten.
  • Arbeitgeber:innen: Anerkennung informeller Kompetenzen als gleichwertig zu formalen Qualifikationen (z. B. in Personalentwicklungsgesprächen).
  • Forschung: Weiterentwicklung von Kompetenzmodellen und KI-Algorithmen, um die Zuordnung von Handlungen zu Kompetenzen zu präzisieren.

Ausblick: Das Projekt plant Testläufe mit Studierenden und strebt eine dauerhafte Verankerung des Tools in der Hochschullandschaft an. Langfristig könnte der Ansatz auch auf andere Zielgruppen (z. B. Quereinsteiger:innen) übertragen werden.

Fragen & Antworten

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Habt ihr die technische Umsetzung mit KI-Agenten vor?

Das ist derzeit noch experimentell; das Ziel ist primär die Nutzung lokaler, datenschutzrechtlich unbedenklicher Modelle, wobei Studierenden optional auch europäische Modelle wie Mistral zur Verfügung gestellt werden sollen.

Kann das Modell auf andere Bereiche übertragen werden, zum Beispiel bei Quereinsteigern?

Ja, da der Kern des Ansatzes im Matching von individuellen Handlungsbeschreibungen und Erfahrungen mit vielfältigen Datenbanken von Kompetenzbeschreibungen liegt.

Wer übernimmt die Rolle des Coaches?

Zunächst übernehmen die Projektmitglieder die Rolle als neutrale dritte Person, um Erfahrungen zu sammeln; langfristig ist geplant, ein Konzept zu entwickeln, bei dem Studierende diese Aufgabe übernehmen.

Welche Gamification-Ansätze sind geplant?

Neben möglichen Badges liegt der Fokus auf der visuellen Sichtbarmachung von Kompetenzen und der Motivation durch das Aufzeigen von Transferkompetenzen aus anderen Lebensbereichen (z. B. Ehrenamt).

Wie sollen studentische Lernbegleiter entlohnt werden?

Eine bewährte Möglichkeit ist die Vergabe von ECTS-Punkten für den Einsatz als E-Mentoren.

Diagramm

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      ["Stärkung Studierender (Selbstwahrnehmung)"]
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