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Wissenstransfer immersiv gestalten: Von der didaktischen Idee zur strategischen Implementierung

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Zusammenfassung

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Kontext

Immersive Technologien (XR) wie Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Mixed Reality (MR) bieten Potenziale für den Wissenstransfer in der wissenschaftlichen Weiterbildung. Häufig werden sie jedoch als reine Technikinnovation betrachtet, ohne didaktische oder strategische Einbindung. Der Vortrag zeigt am Beispiel des XR-Labs der TH Köln, wie XR-Technologien systematisch in Weiterbildungsstrukturen integriert werden können – von der Bedarfsanalyse bis zur nachhaltigen Verstetigung. Ziel ist es, isolierte Pilotprojekte zu überwinden und XR als festen Bestandteil der Weiterbildung zu etablieren.


Kernaussagen

1. Didaktische und strategische Einbindung von XR-Technologien

  • XR-Technologien dürfen nicht als Selbstzweck betrachtet werden, sondern müssen didaktisch fundiert und strategisch in bestehende Weiterbildungsstrukturen eingebettet sein.
  • Der Fokus liegt auf dem Wissenstransfer und der Anwendungslücke: XR eignet sich besonders für die Vermittlung von Handlungskompetenzen, komplexen Simulationen und gefahrlosen Trainingsräumen, wo klassische Lernformate an Grenzen stoßen.
  • Beispiel: Im Weiterbildungsformat „Praxisanleiter:in im Rettungsdienst“ werden virtuelle Trainings für Erste-Hilfe-Maßnahmen eingesetzt, um Prozesse hochskaliert zu üben.

2. Überwindung isolierter Pilotprojekte durch Organisationsentwicklung

  • Viele XR-Initiativen scheitern langfristig nicht an der Technik, sondern an fehlender struktureller Verankerung und nachhaltigen Betriebsmodellen.
  • Häufige Probleme:
    • Fehlende curriculare Einbindung.
    • Geringe Erfahrung von Lehrenden und Teilnehmer:innen mit XR.
    • Fehlende didaktische Konzepte und nachhaltige Finanzierungsmodelle.
  • Lösung: XR muss als strategisches Element der Organisationsentwicklung betrachtet werden, nicht als temporäres Projekt.

3. Das XR-Lab als Innovations- und Transferraum

  • Das XR-Lab der TH Köln fungiert nicht nur als Hardware-Bereitstellung, sondern als Innovationszentrum für:
    • Co-Creation zwischen Fachdisziplinen und Mediendidaktik.
    • Entwicklung und Testing immersiver Lernkonzepte.
    • Beratung und Begleitung von Lehrenden.
    • Hochschulübergreifende Zusammenarbeit und strategische Implementierung.
  • Beispiel: Im Projekt „Quiff“ (qualifiziert, vernetzt, innovativ, wirksam) werden Qualifizierungsbedarfe im Rheinischen Revier analysiert und innovative Weiterbildungsformate entwickelt.

4. Sieben-Phasen-Modell zur Implementierung

Der systematische Weg von der Idee zur Verstetigung umfasst folgende Phasen:

  1. Bedarfsanalyse: Identifikation von Innovationsbedarfen und Qualifizierungslücken (z. B. durch Strukturwandel im Rheinischen Revier).
  2. Sensibilisierung: Fachspezifisches XR-Onboarding für Lehrende und Praxispartner:innen, um Akzeptanz zu schaffen.
  3. Co-Creation: Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Fachdisziplinen, Mediendidaktik und Weiterbildungsentwickler:innen zur Identifikation didaktischer Mehrwerte.
    • Entscheidungskriterium: XR wird nur eingesetzt, wenn ein klarer didaktischer Mehrwert (z. B. Perspektivwechsel, komplexe Erfahrungsräume) nachgewiesen wird.
  4. Didaktische Konzeption: Entwicklung maßgeschneiderter Lernformate unter Berücksichtigung des Constructive Alignment (Abstimmung von Lernzielen, Methoden und Prüfungen).
  5. Pilotierung: Erprobung der Lernformate mit realen Zielgruppen, um Skalierbarkeit, Aufwand und didaktische Methodik zu testen.
  6. Implementierung: Integration der Lernformate in bestehende oder neue Weiterbildungsangebote inkl. technischer und didaktischer Betreuung.
  7. Verstetigung: Nachhaltige Verankerung durch:
    • Curriculare Einbindung.
    • Klärung von Verantwortlichkeiten (z. B. Betrieb der Infrastruktur, Support).
    • Nachhaltige Finanzierungsmodelle (z. B. Einpreisung in monetäre Weiterbildungsprogramme).

5. Strategische Verstetigung und interdisziplinäre Vernetzung

  • Strukturelle Integration:
    • Kooperationen mit zentralen Einrichtungen (z. B. Hochschuldidaktik, Marketing) zur Sichtbarmachung von XR-Aktivitäten.
    • Hochschulweite Workshops und Veranstaltungen (z. B. XR Learning Day) zur Förderung des Austauschs.
  • Institutionelle Wirkung:
    • Sichtbarkeit von XR-Aktivitäten führt zu Kooperationen in Lehre und Forschung.
    • Möglichkeit der Dienstleistungserbringung für externe Partner:innen.
  • Ökonomische Verstetigung:
    • Refinanzierung von Stellen durch feste Einbindung von XR in monetäre Weiterbildungsprogramme.
    • Aufbau nachhaltiger Personal- und Supportstrukturen.

Fazit

Eine nachhaltige Integration immersiver Technologien in die wissenschaftliche Weiterbildung gelingt nur durch das Zusammenspiel von Struktur, Didaktik und Technologie. Entscheidend sind:

  1. Die didaktische Fundierung von XR-Anwendungen mit klarem Mehrwert.
  2. Die strategische Verankerung in Curricula und Organisationsstrukturen.
  3. Die frühzeitige Planung der Verstetigung, inkl. Finanzierungsmodelle und Verantwortlichkeiten.

Isolierte Pilotprojekte sollten vermieden werden, indem XR von Beginn an als fester Bestandteil der Weiterbildungsstrategie gedacht wird. Interdisziplinäre Vernetzung und hochschulweite Sichtbarkeit stärken die institutionelle Wirkung und ermöglichen langfristige Kooperationen.

Fragen & Antworten

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Wie wird aus einem Bedarf ein verankertes innovatives Bildungsangebot?

Dies geschieht über ein systematisches Sieben-Phasen-Modell: Bedarfsanalyse, Sensibilisierung, Co-Creation, didaktische Konzeption, Pilotierung, Implementierung und schließlich die Verstetigung.

Wie erkennt man einen didaktischen Mehrwert durch den Einsatz von XR-Technologien?

Ein Mehrwert wird dort gesehen, wo XR spezifische Lernziele besser unterstützt als klassische Formate, insbesondere bei Handlungssimulationen, notwendigen Perspektivwechseln oder der Schaffung komplexer, gefahrloser Erfahrungsräume.

Wie kann die ökonomische Verstetigung von XR-Bildungsangeboten erreicht werden?

Durch die feste Einbindung von XR in monetäre Weiterbildungsprogramme, sodass die Kosten in die Kalkulation einfließen und so die Refinanzierung von Stellen sowie nachhaltige Personalstrukturen ermöglicht wird.

Wie wird die Akzeptanz bei Lehrenden und Praxispartnern geschaffen?

Durch eine Sensibilisierungsphase mit fachspezifischem XR-Onboarding, bei dem die Teilnehmenden die Technologie in ihrem eigenen Themengebiet erleben können, anstatt sie nur theoretisch zu kennen.

Diagramm

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100%
mindmap
  root)Wissenstransfer immersiv gestalten(
    ["Didaktische & strategische Einbindung"]
      ["XR als Werkzeug, nicht Selbstzweck"]
      ["Handlungskompetenzen & Simulationen"]
      ["Beispiel: Rettungsdienst-Training"]
    ["Überwindung isolierter Projekte"]
      ["Strukturelle Verankerung fehlt oft"]
      ["Curriculare Einbindung nötig"]
      ["Nachhaltige Finanzierungsmodelle"]
    ["XR-Lab als Innovationsraum"]
      ["Co-Creation & interdisziplinäre Zusammenarbeit"]
      ["Beratung & Testing von Konzepten"]
      ["Projekt Quiff: Qualifizierungsbedarfe"]
    ["Sieben-Phasen-Modell"]
      ["Bedarfsanalyse & Sensibilisierung"]
      ["Co-Creation & didaktische Konzeption"]
      ["Pilotierung, Implementierung, Verstetigung"]
    ["Strategische Verstetigung"]
      ["Hochschulweite Vernetzung & Workshops"]
      ["Ökonomische Refinanzierung"]
      ["Institutionelle Sichtbarkeit & Kooperationen"]