Digitale Tools für die Hochschullehre auf Barrierefreiheit testen - aber wie?
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„Barrierefreiheit im digitalen Bereich ist es natürlich auch wichtig und da sind die Barrieren manchmal nicht ganz so offensichtlich zu erkennen.“
„Es ist deutlich weiter als jetzt das, was man häufig so im Alltag unter Behinderung sich vorstellt.“
„Ich denke auch, dass man teilweise sozusagen mit Verpflichtungen dann auch doch weiterkommt als mit Appellen.“
Die Diskussion fand im Rahmen des University Future Festivals statt und wurde von Mitarbeiter:innen des niedersächsischen Verbundprojektes InnoTools sowie Kolleg:innen des Büros für die Belange von Studierenden mit Beeinträchtigungen der Universität Hamburg geführt. Ziel war es, Herausforderungen und Ansätze zu identifizieren, wie Barrierefreiheit in Test- und Bereitstellungsprozessen digitaler Tools an Hochschulen systematisch verankert werden kann. Zentrale Fragestellungen waren:
Susanne Peschke (Koordinatorin für Barrierefreiheit, Universität Hamburg):
Praktisches Beispiel:
Verena Honkomp-Wilkens (Projektmitarbeiterin InnoTools, Universität Oldenburg):
Kim A. Jördens (Projektmitarbeiterin InnoTools, Leibniz Universität Hannover):
Susanne Peschke:
Susanne Peschke:
Susanne Peschke:
Verena Honkomp-Wilkens:
Diskutierende im Chat (u. a. Alexandra, Teilnehmer:innen):
Susanne Peschke:
Susanne Peschke:
Kim A. Jördens:
Susanne Peschke:
Finanzierung und Ressourcen:
Verpflichtungen vs. Freiwilligkeit:
Skalierbarkeit im Verbund:
Praxistransfer:
KI und Barrierefreiheit:
Die Diskussion zeigte, dass Barrierefreiheit in der digitalen Hochschullehre ein Querschnittsthema ist, das strukturelle, technische und didaktische Maßnahmen erfordert. Folgende Punkte wurden als vorläufige Ergebnisse festgehalten:
Handlungsempfehlungen für Hochschulen:
Lehren für die Teilnehmenden:
Weiterer Diskussionsbedarf:
Ausblick: Die Teilnehmenden betonten die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Austauschs zwischen Hochschulen, Projekten wie InnoTools und Betroffenen, um Best Practices zu entwickeln und Barrierefreiheit nachhaltig zu verankern.
Primär werden Apple VoiceOver und JAWS verwendet. Für Personen, die erste eigene Tests durchführen möchten, wird das kostenlose Windows-Tool NVDA empfohlen.
Die Testung erfolgt teilweise durch studentische Mitarbeiter mit Beeinträchtigungen oder über kurzfristige Werkverträge mit Studierenden, sofern finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.
Es gibt freiwillige Workshops und Kurse, die im Rahmen hochschuldidaktischer Qualifizierungen angerechnet werden können. Verpflichtende Schulungen oder Onboarding-Module existieren an den genannten Hochschulen jedoch nicht.
KI kann die Arbeit erleichtern, beispielsweise durch Hinweise in Prüftools wie dem PDF Accessibility Checker (PAC) auf fehlende Tags oder durch Vorschläge für Alternativtexte. Sie ersetzt jedoch nicht die manuelle Prüfung und Verantwortung durch Menschen.
| Begriff | Definition |
|---|---|
| WCAG | Die Web Content Accessibility Guidelines definieren die vier Prinzipien Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit für digitale Barrierefreiheit. |
| Assistive Technologien | Software oder Hardware, wie zum Beispiel Screenreader, die Menschen mit Beeinträchtigungen dabei unterstützen, digitale Inhalte zu nutzen. |
| Screenreader | Programme wie JAWS, NVDA oder VoiceOver, die Bildschirminhalte in Sprache oder Braille umwandeln, um sie für blinde oder sehbehinderte Nutzer zugänglich zu machen. |
| Universal Design for Learning (UDL) | Ein didaktischer Ansatz, der durch multiple Darstellungs- und Beteiligungsformen eine barrierefreie und inklusive Lehre für alle Lernenden ermöglicht. |
| InnoTools | Ein niedersächsisches Verbundprojekt, das innovative Lehr- und Lerntools entdeckt, testet und für die Hochschullehre bereitstellt. |
| PDF Accessibility Checker (PAC) | Ein Tool zur Prüfung von PDF-Dokumenten auf die Einhaltung von Barrierefreiheitsstandards, das in neueren Versionen KI-Unterstützung bietet. |
| Barrierefreiheitsstärkungsgesetz | Eine gesetzliche Vorgabe, die auch private Anbieter von digitalen Produkten und Dienstleistungen zur Einhaltung der Barrierefreiheit verpflichtet. |
| Maschinenlesbare Struktur | Die technische Gestaltung von Inhalten, etwa durch korrekte Überschriften und Alternativtexte, die es Software ermöglicht, Informationen logisch zu interpretieren. |
mindmap
root)Digitale Tools auf Barrierefreiheit testen(
["Verständnis Barrierefreiheit"]
["Maschinenlesbare Struktur"]
["Assistive Technologien (Screenreader)"]
["WCAG-Prinzipien (Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit)"]
["Herausforderungen beim Testen"]
["Fehlende Expertise"]
["Komplexität & Zeitmangel"]
["Betroffenenbeteiligung nötig"]
["Institutionelle Verankerung"]
["Beschaffungsprozesse anpassen"]
["Dauerhafte Stellen & Gremien"]
["Schulungen & Strategien"]
["Rolle der Lehrenden"]
["Grundprinzipien vermitteln"]
["Supportstrukturen nutzen"]
["Offenheit signalisieren"]
["Finanzierung & Usertests"]
["Interne Ressourcen (Werkverträge)"]
["Externe Tests mit Studierenden"]
["Flexible Finanzierungsmodelle"]
["Offene Fragen"]
["Verbindlichkeit & Sanktionen"]
["Skalierbarkeit & Mindeststandards"]
["KI-Grenzen & Anbieter:innen-Druck"]