Sichtbarkeit ist kein Soft Skill! Wie digitale Räume Fairness an Hochschulen ermöglichen
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„Sichtbarkeit ist kein Softscale, sondern Infrastruktur und Infrastruktur kann man bauen.“
„Was ist, wenn das System hinter dem Netzwerken inhärent unfair ist?“
„Netzwerke können Ungleichheiten verstärken. Zusammenarbeit basiert nämlich sehr oft auf sozialer Nähe. Und schließt dann die aus, die in diesen informellen Räumen [...] nicht dabei sein können.“
An Hochschulen scheitern gute Ideen häufig nicht an mangelnder Qualität, sondern an fehlender Sichtbarkeit. Informelle Netzwerke begünstigen vor allem extrovertierte Personen oder solche mit bestehenden Kontakten, was strukturelle Ungleichheiten verstärkt. Die Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München entwickelt mit STORY+MATCH eine browserbasierte Plattform, die als neutraler „Matchmaker“ fungiert: Statt persönlicher Netzwerke rücken Inhalte in den Vordergrund. Der Vortrag beleuchtet die Entwicklung des Tools, seine Ziele und die Herausforderungen bei der Einführung digitaler Lösungen für mehr Chancengerechtigkeit.
Handlungsempfehlungen:
Botschaft: Digitale Räume können Demokratisierung von Chancen vorantreiben, wenn sie gezielt als neutrale Vermittler gestaltet werden. STORY+MATCH zeigt, wie Hochschulen durch Open Source und nutzer:innenzentrierte Entwicklung Fairness strukturell verankern können – ohne kreative oder soziale Prozesse zu ersetzen.
Die Plattform wird 2027 als Open-Source-Lösung veröffentlicht. Geplant ist die Bereitstellung über ein Git-Repository, sodass andere Hochschulen die Software selbst hosten und die Parameter individuell anpassen können.
Ja, das ist möglich und erwünscht. Die Plattform ist so konzipiert, dass Attribute konfigurierbar sind, wodurch sie auch für interdisziplinäre Projektarbeiten, Exkursionsbörsen oder Lerngruppen in anderen Disziplinen wie Maschinenbau oder Informatik nutzbar ist.
| Begriff | Definition |
|---|---|
| STORY+MATCH | Eine browserbasierte Plattform der HFF München, die als neutraler Matchmaker für die projektbasierte Vernetzung von Studierenden fungiert. |
| Storycards | Vereinheitlichte Projektkarten, die Inhalte über neutrale Attribute wie Genre oder Entwicklungsstand sichtbar machen, um die Abhängigkeit von sozialen Netzwerken zu reduzieren. |
| Informelle Netzwerke | Nicht-institutionalisierte soziale Strukturen, die an Hochschulen oft zu unfairer Chancenverteilung führen, da sie primär extrovertierte oder bereits vernetzte Personen begünstigen. |
| MVP | Ein Minimum Viable Product, welches die erste funktionsfähige Version einer Anwendung darstellt, um Kernfunktionen zu testen. |
| Open-Source-Lösung | Ein Softwaremodell, bei dem der Quellcode öffentlich zugänglich ist, um anderen Hochschulen die individuelle Anpassung und das eigene Hosting zu ermöglichen. |
| Dark Patterns | Design-Elemente in Benutzeroberflächen, die darauf abzielen, Nutzer manipulativ an eine Plattform zu binden, was bei STORY+MATCH bewusst vermieden wird. |
| Public Money, Public Code | Das Prinzip, dass mit öffentlichen Geldern finanzierte Software auch als öffentlicher Code zur Verfügung gestellt werden sollte. |
| Inhalt First Ansatz | Ein Designkonzept, bei dem die Qualität und die Eigenschaften des Projekts im Vordergrund stehen statt der sozialen Profilierung der beteiligten Personen. |
mindmap
root)Sichtbarkeit als Infrastruktur für Fairness(
["Sichtbarkeit ≠ Soft Skill"]
["Informelle Netzwerke benachteiligen"]
["Sichtbarkeit als gestaltbare Infrastruktur"]
["STORY+MATCH Plattform"]
["Storycards für neutrale Projektpräsentation"]
["HFF-intern & nutzerkontrolliert"]
["Digitale Räume ergänzen soziale Prozesse"]
["Unterstützt erste Kontaktaufnahme"]
["Ziel: Projektumsetzung, nicht Nutzerbindung"]
["Open Source für Demokratisierung"]
["Public Money, Public Code"]
["Anpassbar für andere Hochschulen"]
["Herausforderungen der Einführung"]
["Akzeptanz traditioneller Strukturen"]
["Integration digitaler & realer Netzwerke"]