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"freiprompten": Wie die „KI-FrAItage“ der Universität Kassel Verwaltungsarbeit mit KI neu erproben

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🚨 Fringe Die Session räumt mit der Illusion auf, dass Fachwissen für KI-Produktivität ausreicht, und postuliert stattdessen, dass echte Kompetenz nur durch individuelles „Learning by Doing“ und das bewusste Durchlaufen von Fehlern entsteht. Überraschend ist zudem die Erkenntnis, dass für die Produktentwicklung bewusst homogene Teams statt diverser Gruppen gewählt werden, um die Umsetzung zu beschleunigen.

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Zusammenfassung

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1. Kontext

Die Universität Kassel hat mit den „KI-FrAItagen“ ein Experimentierformat entwickelt, um Verwaltungsmitarbeitende niedrigschwellig an KI-Tools heranzuführen. Ausgehend von offenem Ausprobieren und Lernen hat sich das Format zu einem strukturierten Werkstattansatz weiterentwickelt, der tragfähige Piloten für den Regelbetrieb vorbereitet. Ziel ist es, KI nicht nur nach außen (z. B. für Studierende), sondern auch intern für Verwaltungsvereinfachung, Wissensmanagement und Prozessoptimierung einzusetzen.


2. Kernaussagen

Entwicklung des Formats: Von Experimenten zu Piloten

  • Iterativer Prozess: Die KI-FrAItage starteten 2025 als offenes Lernformat mit explorativer Nutzung von KI-Tools und Grundlagenvermittlung. Seit 2026 liegt der Fokus auf der Entwicklung konkreter Piloten, die perspektivisch in den Regelbetrieb überführt werden sollen.

    • Zeitlicher Rahmen: Vier Runden mit 22 Terminen, 60 Teilnehmenden aus 13 Organisationseinheiten.
    • Ergebnisse: Bereits in der ersten Phase entstanden unerwartet erste Prototypen (z. B. Chatbots).
  • Lernräume als Erfolgsfaktor: Regelmäßige, alle zwei Wochen stattfindende Sessions („LAN-Parties“) sichern kontinuierlichen Austausch und verhindern ein „Versanden“ der Projekte. Themen werden praxisnah aus dem Arbeitsalltag der Teilnehmenden abgeleitet.

Strategische Handlungsfelder für KI-Integration

Die Universität Kassel identifizierte acht zentrale Handlungsfelder für die KI-Einführung an Hochschulen:

  1. Infrastruktur & Betrieb: Selbst gehostete Large Language Models (LLMs) vs. externe APIs (z. B. über GWDG/HAWKI).
    • Herausforderung: Balance zwischen Datensicherheit (DSGVO-konforme Hosting-Lösungen) und Leistungsfähigkeit der Modelle.
  2. Governance & Regulierung: Richtlinien, Datenschutz, Ethik und Compliance (z. B. EU AI Act).
  3. Organisation & Steuerung: Klärung von Rollen und Verantwortlichkeiten (z. B. Ansprechpartner:innen für KI-Fragen).
  4. Anwendungsfelder: Differenzierung zwischen Verwaltung, Lehre und Forschung – mit teils unterschiedlichen Anforderungen.
  5. Use Cases & Lösungen: Entwicklung von Chatbots, Agenten oder Assistenzsystemen (z. B. Integration in bestehende Software wie TYPO3 oder SAP).
  6. Kompetenzen & Qualifizierung: Schulungen und Awareness-Maßnahmen für sichere Nutzung (gemäß EU AI Act).
  7. Innovationsansatz & Kultur: Experimentierräume und Pilotprojekte als Grundlage für iteratives Lernen.

Kompetenzaufbau: „Learning by Doing“ statt Workshops

  • Illusion vs. Realität:

    • Annahme: Fachwissen allein reicht aus, um KI-Anwendungen direkt produktiv zu nutzen.
    • Erfahrung: KI-Kompetenz erfordert aktive Erfahrung („Learning by Doing“) – Fehler und Iterationen sind zentral.
    • Konsequenz: Externe Expert:innen können begleiten, aber nicht ersetzen. Jede:r muss selbst Zeit investieren, um ein Gespür für die Tools zu entwickeln.
  • Heterogenität der Gruppen:

    • Frühe Phase: Vielfalt (z. B. „KI-Noobs“ und „KI-Scouts“) fördert Ideen und Anwendungsfälle.
    • Späte Phase (Produktentwicklung): Homogenere Teams mit ähnlichem Kompetenzniveau beschleunigen die Umsetzung.
    • Lösungsansatz: Gezielte Vorkurse und Matching von Teilnehmenden (z. B. Interviews zwischen erfahrenen und unerfahrenen Nutzer:innen).

Aufwand und Begleitung: Das „Eisberg-Modell“

  • Unterschätzter Aufwand:

    • Nur 20 % der Arbeit sind in den Workshops sichtbar (z. B. Prototypenentwicklung).
    • 80 % entfallen auf Vor- und Nachbereitung, technische Architektur, Abstimmung mit Entscheidungsträger:innen und Qualitätssicherung.
    • Beispiel: Einführung eines Chatbots erfordert Rollenklärung (Wer pflegt das System?), Change-Management und dauerhafte Wartung.
  • Professionelle Unterstützung:

    • Dedizierte Projektmanager:innen pro Gruppe zur Koordination.
    • Externe und interne KI-Expert:innen für technische Begleitung.
    • Steuerungsteam für übergeordnete Koordination (inkl. Motivation und Querschnittsthemen wie Datenschutz).

Vom Prototyp zum Regelbetrieb: Kritische Übergangsphase

  • Phasenmodell:

    1. Experimentierraum: Offene Exploration, Scheitern erlaubt.
    2. Pilotierung: Fokussierte Entwicklung, rechtliche Prüfung, Nutzertests.
    3. Rollout: Change-Management, Schulungen, Kommunikation.
    4. Regelbetrieb: Dauerhafte Verantwortung, Pflege, Qualitätssicherung.
    • Problem: Viele Hochschulen unterschätzen die Schritte 2–4 und scheitern am Übergang.
  • Neue Daueraufgaben:

    • Technische Qualitätssicherung (z. B. Alerts, Dashboards).
    • Fachliche Verantwortung (z. B. Aktualisierung von Inhalten).
    • Governance: Klärung von Entscheidungsstrukturen und Policies.

Problemorientierter Ansatz: Alltagsprozesse als Ausgangspunkt

  • Empfehlung: Nicht mit Tools starten, sondern mit konkreten, zeitintensiven Verwaltungsprozessen.
    • Beispiele: Hilfskraftverwaltung, Drittmittelbewirtschaftung, Dienstreisen.
    • Vorteil: Hoher Mehrwert für die Organisation, da viele Mitarbeitende betroffen sind.

3. Fazit

Handlungsempfehlungen für Hochschulen

  1. Problemorientierung vor Toolauswahl: Identifiziere konkrete Verwaltungsprozesse mit hohem Optimierungspotenzial – erst dann prüfe, ob KI eine passende Lösung bietet.

  2. KI-Kompetenz aktiv aufbauen: Ermögliche „Learning by Doing“ durch Experimentierräume und regelmäßige Austauschformate. Externe Expertise kann unterstützen, ersetzt aber nicht die eigene Erfahrung.

  3. Übergang in den Regelbetrieb von Anfang an planen: Erfolgreiche KI-Projekte erzeugen neue Daueraufgaben (Betrieb, Pflege, Qualitätssicherung). Kläre frühzeitig Verantwortlichkeiten und Ressourcen für die Phasen nach dem Prototyp.

  4. Interdisziplinäre Teams und Führungskräfte einbinden:

    • Heterogene Gruppen in der Experimentierphase fördern Ideenvielfalt.
    • Für die Produktentwicklung sind homogenere Teams mit ähnlichem Kompetenzniveau effizienter.
    • Führungskräfte sollten als Multiplikator:innen eingebunden werden, um Akzeptanz zu sichern.
  5. Realistischen Aufwand einplanen: Der Großteil der Arbeit liegt in der unsichtbaren Vor- und Nachbereitung. Stelle sicher, dass ausreichend personelle und zeitliche Ressourcen zur Verfügung stehen.

Ausblick

Die KI-FrAItage der Universität Kassel zeigen, dass KI-Integration in der Verwaltung kein technisches, sondern ein organisatorisches und kulturelles Projekt ist. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Kombination aus strukturierten Lernräumen, iterativem Vorgehen und der Bereitschaft, langfristige Verantwortung für KI-Lösungen zu übernehmen.

Fragen & Antworten

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Wie wird die Qualitätssicherung bei den KI-Projekten gewährleistet?

Es wird ein interdisziplinäres Team aus juristischer Expertise, Datenschutz- und IT-Sicherheitsspezialisten sowie internen Entscheidungsträgern eingebunden. Technisch erfolgt die Sicherung über Alerts und Dashboards, während die fachliche Qualität durch dauerhafte personelle Verantwortung und automatisierte Tests sichergestellt wird.

Welche konkreten Produkte sind aus den KI-FrAItagen entstanden?

Die meisten erarbeiteten Produkte sind Chatbots, die auf einer lokal gehosteten Open Web UI fungieren.

Wie groß waren die Pilotgruppen und wie wurden die Teilnehmenden ausgewählt?

Die Gruppen hatten eine Netto-Teilnehmerzahl zwischen 15 und 25 Personen. Die Teilnahme erfolgte über eine Anmeldung, wobei insbesondere in der letzten Phase gezielte Einzelgespräche geführt wurden, um die Eignung und zeitliche Verfügbarkeit zu prüfen.

Diagramm

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100%
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  root)KI-FrAItage: Verwaltungsarbeit mit KI neu erproben(
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      ["Iterativer Prozess: Experimente zu Piloten"]
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      ["Infrastruktur & Datensicherheit"]
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      ["Kompetenzen & Qualifizierung"]
    ["Kompetenzaufbau"]
      ["Learning by Doing statt Workshops"]
      ["Heterogene Gruppen fördern Ideen"]
    ["Aufwand & Begleitung"]
      ["Eisberg-Modell: 80% unsichtbarer Aufwand"]
      ["Professionelle Unterstützung nötig"]
    ["Vom Prototyp zum Regelbetrieb"]
      ["Phasenmodell: Experiment → Rollout"]
      ["Neue Daueraufgaben: Pflege & Governance"]
    ["Problemorientierter Ansatz"]
      ["Alltagsprozesse als Ausgangspunkt"]
      ["Hoher Mehrwert durch Optimierung"]