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Psychische Gesundheit von Studierenden im Fokus

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Zusammenfassung

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Kontext

Die Veranstaltung thematisiert die psychische Gesundheit von Studierenden in Deutschland, die laut der best3-Studierendenbefragung bei etwa 10 % der Studierenden zu Beeinträchtigungen im Studium führt. Trotz der hohen Prävalenz psychischer Erkrankungen – insbesondere bei jungen Erwachsenen – erhalten nur wenige Betroffene professionelle Unterstützung. Die Hochschule München (HM) stellt Maßnahmen ihrer 2024 gegründeten Arbeitsgruppe „Mental Health im Studium“ vor, die darauf abzielen, strukturelle und niedrigschwellige Unterstützungsangebote zu etablieren und psychische Gesundheit als selbstverständlichen Teil des studentischen Lebens zu verankern.


Kernaussagen

1. Prävalenz psychischer Erkrankungen bei Studierenden

  • 28 % der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland erkranken jährlich an einer psychischen Störung, bei 18- bis 34-Jährigen liegt die Quote bei 37 % (Jacobi et al., 2016).
  • 75 % der Betroffenen erleben die erste Episode einer psychischen Erkrankung vor dem 25. Lebensjahr (Kessler et al., 2005).
  • 1 von 10 Studierenden ist aufgrund einer psychischen Erkrankung im Studium beeinträchtigt (Steinkühler et al., 2023). An der HM betrifft dies etwa 1.800 Studierende.
  • 7 Jahre vergehen im Schnitt zwischen dem Auftreten erster Symptome und einer Behandlung (Mack et al., 2014).
  • Nur 19 % der Betroffenen erhalten innerhalb von 12 Monaten professionelle Hilfe.

2. Hauptbelastungsfaktoren für Studierende

  • Prüfungsdruck (49 % der Befragten), Mehrfachbelastungen (z. B. Nebenjobs), finanzielle Sorgen (24 %), soziale Isolation und globale Krisen (TK-Dossier, 2026).
  • 41 % der Studierenden fühlen sich häufig gestresst, wobei die Belastung seit der Corona-Pandemie auf hohem Niveau stagniert (Grützmacher et al., 2018).

3. Barrieren beim Zugang zu Hilfe

  • Lange Wartezeiten bei Studierendenwerken (bis zu 6 Wochen in München) aufgrund hoher Nachfrage.
  • Stigmatisierung und mangelndes Wissen über Hilfsangebote.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen: In Bayern sind Beratungsangebote an Studierendenwerke ausgelagert (Art. 114 BayHIG), was die Einrichtung hochschulinterner Beratungsstellen erschwert.

4. Maßnahmen der Hochschule München

  • Niedrigschwellige Informationsplattform:
    • Website „StudyFit@HM“ (seit SoSe 2025): Bündelung interner und externer Angebote zu Gesundheit, Wohlbefinden und Lernen.
    • Funktions-E-Mail-Adresse und Informationsmaterialien (z. B. Flyer mit Notfallkontakten).
  • Präventive Aufklärung:
    • Online-Foren „Psychisch fit studieren“ (seit WiSe 2024/25) in Kooperation mit Irrsinnig Menschlich e.V. für Studierende, Lehrende und Mitarbeitende.
    • Ziele: Krisen erkennen, Hilfesuchverhalten verbessern, Resilienz stärken.
  • Peer-to-Peer-Ansätze:
    • Mental Health First Aid (MHFA):
      • Ausbildung von Studierenden und Mitarbeitenden als Ersthelfende für psychische Krisen (seit 2023).
      • Seit SoSe 2025: Kostenfreie Kurse für Studierende (1 Kurs pro Semester, finanziert durch den Paritätischen Ausschuss).
      • MHFA-Peer-Coaches: Zwei studentische Hilfskräfte (seit Januar 2026) bieten vertrauliche Erstberatung an.
      • MHFA-Netzwerk: Plattform für Austausch und Informationen unter studentischen Ersthelfenden.
    • Peer Coaching: Beratung durch Kommiliton:innen auf Augenhöhe (z. B. bei Studienzweifeln).
  • Öffentlichkeitsarbeit und Kulturwandel:
    • Kampagnen (z. B. Plakate in Toilettenkabinen) zur Entstigmatisierung.
    • Medienpräsenz: Studierende berichten offen über psychische Erkrankungen (z. B. im Bayerischen Rundfunk).
    • Mitgliedschaft im Netzwerk „Hochschulen im Dialog“ (25 Hochschulen deutschlandweit) für Erfahrungsaustausch.

5. Herausforderungen und strukturelle Ziele

  • Fehlende hochschulinterne Beratungsstelle: Aktuell sind Angebote auf ehrenamtliches Engagement angewiesen.
  • Langfristige Vision: Einrichtung einer Initialberatungsstelle für schnelle, niedrigschwellige Unterstützung.
  • Nachhaltigkeit der MHFA-Angebote: Regelmäßige Ausbildung neuer Ersthelfender, um den „Schneeballeffekt“ zu nutzen.

Fazit

Die Hochschule München setzt auf präventive, niedrigschwellige und peer-basierte Maßnahmen, um die psychische Gesundheit von Studierenden zu fördern und Barrieren abzubauen. Zentrale Handlungsempfehlungen für Hochschulen sind:

  1. Bündelung und Sichtbarmachung bestehender Hilfsangebote (z. B. durch zentrale Websites).
  2. Ausbildung von Ersthelfenden (MHFA) unter Studierenden und Mitarbeitenden.
  3. Peer-to-Peer-Ansätze, um Hemmschwellen zu senken und Stigmatisierung entgegenzuwirken.
  4. Kulturwandel: Psychische Gesundheit als selbstverständlichen Teil des Hochschulalltags etablieren – durch Aufklärung, offene Kommunikation und strukturelle Unterstützung.
  5. Langfristige Finanzierung und rechtliche Anpassungen, um hochschulinterne Beratungsstellen zu ermöglichen.

Botschaft: Psychische Erkrankungen sind häufig, aber kein Tabu. Hochschulen können durch frühzeitige Intervention, Entstigmatisierung und strukturelle Angebote Studierende wirksam unterstützen und Studienabbrüche verhindern.

Fragen & Antworten

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Wie lassen sich die hohen Zahlen an psychischen Erkrankungen erklären?

Neben der Tatsache, dass psychische Erkrankungen keine Seltenheit sind, tragen multiple Krisen (z. B. Klimakrise), ein Überangebot an Informationen durch soziale Medien sowie technische Neuerungen zur Überforderung der jungen Generation bei.

Hat die Nutzung von KI einen positiven oder negativen Einfluss auf die Studierenden und verändert sie das Lernverhalten?

KI kann positiv als Sparringspartner zur Förderung der psychischen Gesundheit genutzt werden, birgt aber bei falscher Nutzung das Risiko, dass wichtige Kompetenzen verloren gehen.

Wie wird die Nachhaltigkeit des studentischen MHFA-Netzwerks sichergestellt, da Studierende die Hochschule irgendwann verlassen?

Die Nachhaltigkeit wird durch die jährliche Ausbildung neuer Studierender sichergestellt, wobei auf ein intrinsisches Interesse und einen „Schneeballeffekt“ gesetzt wird, bei dem Betroffene ihre positiven Erfahrungen weitergeben möchten.

Diagramm

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100%
mindmap
  root)Psychische Gesundheit von Studierenden im Fokus(
    ["Prävalenz psychischer Erkrankungen"]
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      ["Kulturwandel an Hochschulen"]