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"KI-Aktionswoche" – ein partizipatives Lern- und Lehrexperiment

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KI-generierter Inhalt

Zusammenfassung

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Kontext

Die Fakultät Design der HTW Dresden setzte im Winter 2025 den regulären Lehrbetrieb für eine Woche aus, um gemeinsam mit Studierenden und Lehrenden die Auswirkungen generativer KI zu explorieren. Die KI-Aktionswoche diente als Reallabor, um gestalterische Fragen zu Autor:innenschaft, Kreativität und neuen Wissensordnungen zu diskutieren. Ziel war es, hierarchische Strukturen aufzubrechen und Partizipation in den Mittelpunkt zu stellen – insbesondere angesichts der dynamischen Entwicklungen im Bereich KI, die Hochschulen vor strukturelle Herausforderungen stellen.


Kernaussagen

1. Konzept und Zielsetzung der KI-Aktionswoche

  • Ausnahmezustand als Lernformat: Der reguläre Stundenplan wurde für eine Woche pausiert, um einen offenen Lernraum für die gemeinsame Auseinandersetzung mit generativer KI zu schaffen.
    • Fokus lag nicht auf der Vermittlung von Tools, sondern auf der kritischen Reflexion grundlegender Fragen (z. B. Autor:innenschaft, Kreativität, Rolle von Gestalter:innen).
    • Die Woche sollte als Reallabor dienen, um Unsicherheiten und offene Fragestellungen gemeinsam zu bearbeiten.
  • Partizipation als zentrales Prinzip:
    • Studierende wurden zu Impulsgebenden, Lehrende zu Lernenden – traditionelle Hierarchien wurden bewusst aufgebrochen.
    • Themen und Formate wurden bottom-up entwickelt, um niedrigschwellige Beteiligung zu ermöglichen.

2. Umsetzung: Planung und Durchführung

  • Rahmenbedingungen:
    • Dauer: Eine Woche mit Workshops, Diskussionen und Experimenten; Teilnahme war freiwillig und intrinsisch motiviert.
    • Beteiligte: 50–60 Teilnehmer:innen pro Tag (Studierende, Lehrende, Professor:innen) bei einer Gesamtgröße der Fakultät von ca. 150–170 Personen.
    • Kernteam: 3–4 Personen (u. a. Dekan und Studiendekanin), unterstützt von einem erweiterten Team aus Studierenden und Lehrenden.
  • Niedrigschwellige Partizipationsformate:
    • "Suche-Biete-Formulare" am schwarzen Brett ermöglichten spontane Workshop-Angebote ohne Expertenstatus.
    • Späte Deadlines für Workshop-Einreichungen förderten kurzfristige Ideen und studentische Initiativen (ca. 50 % der Workshops wurden von Studierenden geleitet).
    • Gestaltungsspielräume: Studierende übernahmen die Programmgestaltung, Moderation und Medienproduktion, um Identifikation und Verantwortung zu stärken.
  • Vielfalt der Formate:
    • Workshops zu Themen wie KI-gestützte Webentwicklung, Design Research zu KI-Avataren oder kreatives Kochen mit KI.
    • Abschluss-Panel mit externen Referent:innen (Tina Bobe und Tina Schwarzenberg) zur Vertiefung und Reflexion.
    • Catering (z. B. kostenlose Pommes) als niedrigschwelliges Angebot zur Steigerung der Teilnahme.

3. Evaluation und Erkenntnisse

  • Positive Resonanz:
    • Fakultätsklima: Studierende berichteten von einer spürbaren Verbesserung der Beziehung zu Lehrenden durch die gemeinsame Arbeit an unsicheren Problemstellungen.
    • Lernkultur: Die Woche wurde als Erfolg wahrgenommen, da sie Raum für ergebnisoffene Exploration bot und traditionelle Lehrformate ergänzte.
    • Wiederholungswunsch: Die Evaluation ergab eine hohe Zufriedenheit und den Wunsch nach Wiederholung des Formats.
  • Herausforderungen und Lessons Learned:
    • Angst vor Scheitern: Das Organisationsteam hatte initial Bedenken, dass niemand teilnehmen würde – Partizipation erfordert Loslassen und Vertrauen in den Prozess.
    • Zeitliche Hürden: Einige Studierende gaben an, keine Zeit für Vorbereitungen gehabt zu haben. Hier besteht Optimierungsbedarf (z. B. durch frühere Ankündigungen oder Credit-Punkte).
    • Langfristige Verankerung: Neue Formate brauchen Zeit, um Akzeptanz zu finden; nicht alle Zielgruppen sind sofort erreichbar.

4. Langfristige Folgen und institutionelle Verankerung

  • Gründung des Lernnetzwerks "PAKT":
    • Das Netzwerk Partizipation in Kunst- und Gestaltungslehre (PAKT) wurde mit Förderung der Stiftung Innovation in der Hochschullehre gegründet.
    • Ziel: Transdisziplinäre Förderung partizipativer Formate in der Lehre und Vernetzung mit anderen Hochschulen.
  • Anpassung der Studienordnung:
    • Ein neues flexibles Modul wurde in die Studienordnung aufgenommen, um die Teilnahme an experimentellen Formaten wie der KI-Woche mit Credit-Punkten zu belohnen.
    • Die Erfahrung der KI-Woche diente als Katalysator für diese strukturelle Veränderung.
  • Katalysatoreffekt für die Lehre:
    • Lehrende integrierten Impulse aus studentisch geleiteten Workshops direkt in ihre Lehrinhalte (z. B. Anpassung von 3D-Darstellungsmethoden durch KI-Tools).
    • Die Woche wirkte als niedrigschwelliger Impuls für Lehrinnovationen, ohne formelle Verpflichtungen.

5. Handlungsempfehlungen für ähnliche Formate

  • Niedrigschwelligkeit sicherstellen:
    • Spontaneität fördern (z. B. durch späte Deadlines, einfache Anmeldeformate).
    • Keine Expertise voraussetzen – Workshops können auch als offene Diskursräume gestaltet werden.
  • Partizipation als Prinzip leben:
    • Verantwortung und Gestaltungsspielräume an Studierende übertragen (z. B. Programmgestaltung, Moderation).
    • Hierarchien aufbrechen, indem Lehrende zu Lernenden werden und umgekehrt.
  • Zeit und Raum für Exploration geben:
    • Ergebnisoffenheit zulassen und Scheitern als Teil des Prozesses akzeptieren.
    • Flexible Credits einführen, um Teilnahme zu incentivieren.
  • Nachhaltigkeit planen:
    • Formate wie die KI-Woche als Startpunkt für langfristige Netzwerke nutzen (z. B. PAKT).
    • Evaluationen durchführen, um Erkenntnisse für zukünftige Projekte zu gewinnen.

Fazit

Die KI-Aktionswoche der HTW Dresden zeigt, wie Hochschulen durch partizipative, ergebnisoffene Formate auf disruptive Technologien wie generative KI reagieren können. Der Schlüssel zum Erfolg lag in der Umkehrung traditioneller Rollenbilder, der Niedrigschwelligkeit der Beteiligung und der Akzeptanz von Unsicherheit als Lernchance. Die Erfahrung stärkte nicht nur das Fakultätsklima, sondern führte auch zu konkreten strukturellen Veränderungen – von der Gründung des Netzwerks PAKT bis zur Anpassung der Studienordnung. Für andere Hochschulen bietet das Format ein Modell für agile, demokratische Lehrinnovationen, das sich auf andere Themen übertragen lässt.

Fragen & Antworten

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Wie konnten die Studierenden gewonnen werden, sich bei der Gestaltung von Fragen einzubringen und gab es dafür Credits?

Die Studierenden wurden persönlich angesprochen und die Hürden wurden durch sehr späte Deadlines für Workshop-Einreichungen niedrig gehalten. Zum Zeitpunkt der Durchführung gab es keine Credits, jedoch wurde daraufhin ein flexibles Modul in die Studienordnung aufgenommen, um solche Aktivitäten künftig mit Credit-Punkten zu belohnen.

Hätten die Referent:innen das Projekt auch ohne die Unterstützung geschafft?

Es wäre zwar möglich gewesen, aber das Format wäre mit Sicherheit anders, deutlich kleiner, weniger bunt und weniger vielfältig ausgefallen.

Haben die Studierenden sowohl den Input als auch die Moderation übernommen?

Ja, Studierende übernahmen die Programmgestaltung, Medienproduktion und Moderation sowie die Leitung von etwa 50 % der Workshops. Es wurde optional ein Workshop-Coaching angeboten, um Feedback zu den Ideen zu erhalten.

Diagramm

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100%
mindmap
  root)KI-Aktionswoche – Partizipatives Lern- und Lehrexperiment(
    ["Konzept & Zielsetzung"]
      ["Reallabor für KI-Reflexion"]
      ["Hierarchien aufbrechen"]
      ["Partizipation als Prinzip"]
    ["Umsetzung"]
      ["Niedrigschwellige Formate"]
      ["Spontane Workshop-Einreichungen"]
      ["Studierende als Impulsgebende"]
    ["Evaluation"]
      ["Positive Resonanz & Wiederholungswunsch"]
      ["Herausforderungen: Zeit & Akzeptanz"]
      ["Ergebnisoffenheit als Erfolg"]
    ["Langfristige Folgen"]
      ["Gründung Netzwerk PAKT"]
      ["Anpassung Studienordnung"]
      ["Katalysator für Lehrinnovationen"]
    ["Handlungsempfehlungen"]
      ["Niedrigschwelligkeit fördern"]
      ["Partizipation institutionalisieren"]
      ["Nachhaltigkeit durch Netzwerke"]