Mehr als ›Leuchttürme‹. Von der experimentellen Lernumgebung zum Raumstandard
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Der Vortrag thematisiert die Diskrepanz zwischen innovativen Modellräumen („Leuchttürmen“) und der oft veralteten, konventionellen Lehr- und Lerninfrastruktur an Hochschulen. Am Beispiel der Ruhr-Universität Bochum (RUB) wird aufgezeigt, wie experimentelle Raumsettings wie das „Raumlabor Philologie“ genutzt werden können, um strategische Campusentwicklungsprozesse anzustoßen. Dabei stehen ökonomische, bürokratische und organisationale Herausforderungen im Fokus, die einer flächendeckenden Modernisierung entgegenstehen.
Die RUB zeigt, wie experimentelle Lernumgebungen als Hebel für eine strategische und flächendeckende Modernisierung von Lehr- und Lernräumen dienen können. Entscheidend ist, Modellräume nicht als isolierte „Showcases“ zu betrachten, sondern sie systematisch in ein didaktisch fundiertes Raumportfolio zu überführen. Dafür sind Partizipation, Steuerung und Geduld unerlässlich – ebenso wie die Bereitschaft, bestehende Routinen (z. B. Raumvergabe, Lehrformate) zu hinterfragen. Andere Hochschulen können von diesem Ansatz lernen, indem sie:
Modellräume dienen nicht als reine Showcases, sondern als experimentelle Lernumgebungen, um Erkenntnisse über künftige Lehrgestaltung zu gewinnen. Diese Erkenntnisse werden anschließend genutzt, um didaktisch fundierte Raumstandards und ein diversifiziertes Raumportfolio für die gesamte Universität zu entwickeln.
Nein, es gibt keinen Automatismus; die bloße Verfügbarkeit neuer Räume ändert die Lehre nicht sofort. Die Veränderungsbereitschaft der Lehrenden muss aktiv durch Schulungen, Begleitung und Angebote wie Orientierungsposter gefördert werden.
Widersprüche, wie der Wunsch der Lehrenden nach Ruhe gegenüber dem Wunsch der Studierenden nach informellen Lernbereichen, werden durch Reflexion und Partizipation produktiv genutzt und in der Raumgestaltung ausgeglichen.
Ein großes Hindernis ist das starre Raummanagement, bei dem Räume oft über Jahre hinweg fest zugewiesen werden („Fortschreibung“), sowie eine mangelnde Transparenz über die tatsächliche Ausstattung der Räume im Buchungssystem.
Erfolgreich ist die Steuerung durch interdisziplinäre Projektgruppen (z. B. IT, Hochschulentwicklung, Studierendenservice) und eine enge Anbindung an das Rektorat, um über einzelne Räume hinaus einen umfassenden Flächenentwicklungsprozess zu etablieren.
mindmap
root)Mehr als ›Leuchttürme‹: Raumstandards entwickeln(
["Spannungsfeld Infrastruktur vs. Didaktik"]
["45% Lehrende nutzen vorgegebene Räume"]
["Hörsäle nur 20–30% ausgelastet"]
["Raumlabor Philologie als Modell"]
["80.000–100.000 € Investition"]
["Flexibles Mobiliar & Hybridtechnik"]
["Evaluation: Partizipation & Techniknutzung"]
["Skalierung zum Raumportfolio"]
["Projekt ‚Flächen der Zukunft‘"]
["Didaktische Konzepte & Partizipation"]
["Standardisierung vs. Kosten"]
["Herausforderungen"]
["Ökonomischer Druck & Bürokratie"]
["Interdisziplinäre Steuerung nötig"]
["Takeaways für Hochschulen"]
["Leuchttürme in Entwicklungsprozess einbetten"]
["Datenanalyse & Pilotprojekte nutzen"]