Shifting the Perspective - How to Encourage Meaningful Student Participation in Transformative Times
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🌍 Global Perspectives Die Session kontrastierte deutsche Ansätze mit niederländischen Best Practices, insbesondere durch die Analyse von nationalen Studierendenorganisationen mit weitreichenden Vetorechten. Zudem wurden Transferideen wie niedrigschwellige „Kaffee-Stände“ in Bibliotheken diskutiert, um die Partizipationshürden im Hochschulalltag international zu senken.
Die Diskussion thematisierte die Rolle studentischer Partizipation in Zeiten tiefgreifender Veränderungen im tertiären Bildungssektor. Ausgelöst durch Digitalisierung, KI und gesellschaftliche Transformationen stellte sich die zentrale Frage, wie Hochschulen Rahmenbedingungen schaffen können, um Studierende nicht nur symbolisch, sondern strukturell und frühzeitig in Entscheidungsprozesse einzubinden. Die Session wurde von einem rein studentischen Panel aus den Niederlanden und Deutschland gestaltet, um die Perspektive der direkt Betroffenen in den Vordergrund zu rücken.
Kernfragestellungen:
Vertreten durch: Lot Peters
Forderung nach struktureller Verankerung: Studentische Beteiligung müsse bereits in frühen Phasen von Entscheidungsprozessen stattfinden, um Einflussnahme zu ermöglichen. Symbolische Einladungen („zum Tisch gebeten werden“) reichten nicht aus.
Wirkungsvolle Partizipation: Ziel sei nicht „oberflächliche Teilnahme“, sondern Veränderungen in Lehr- und Lernstrukturen. Dies erfordere verbindliche Rechte und Prozesse, die Studierende ernst nehmen.
Vertreten durch: Sam de Jong
Rechtliche Absicherung: Formale Mechanismen wie Vetorechte in Studierendenräten seien essenziell, um Entscheidungen zu blockieren, die ohne studentische Zustimmung getroffen werden.
Informelle Austauschformate: Neben formalen Gremien seien regelmäßige, niedrigschwellige Treffen zwischen Studierendenvertreter:innen und Entscheidungsträger:innen entscheidend.
Vertreten durch: Leon Adel
Mangelnde Transparenz: Viele Studierende wüssten nicht, wie oder wo sie sich engagieren können. Selbst bei bestehenden Angeboten fehle es an Sichtbarkeit und zielgruppengerechter Ansprache.
Demokratiebildung: Studentische Partizipation sei eine praktische Übung in Demokratie – viele spätere Politiker:innen hätten erste Erfahrungen in Studierendengremien gesammelt.
Vertreten durch: Pascal Auer
Kommunikationsbarrieren: Die Flut an E-Mails und unübersichtliche Kanäle führten dazu, dass wichtige Informationen (z. B. zu Beteiligungsmöglichkeiten) übersehen würden.
Kritik an technologischer Monokultur: Die Abhängigkeit von einzelnen Large Language Models (LLMs) in der digitalen Lehre berge Risiken. Gefordert wurde eine Diversifizierung der genutzten KI-Systeme.
Vertreten durch: Mehrere Panelist:innen (u. a. Lot Peters, Leon Adel)
Zeitliche und finanzielle Ressourcen: Viele Studierende könnten sich aufgrund von Nebenjobs, familiären Verpflichtungen oder finanziellen Sorgen nicht engagieren.
Repräsentation marginalisierter Gruppen: Aktuelle Beteiligungsformate erreichten oft nur engagierte, privilegierte Studierende. Benachteiligte Gruppen (z. B. Erstakademiker:innen) blieben unterrepräsentiert.
Niederlande:
Deutschland:
Skalierbarkeit informeller Formate: Wie lassen sich informelle Austauschformate (z. B. Kaffeegespräche) auf große Hochschulen übertragen, ohne an Effizienz zu verlieren?
Repräsentation nicht-akademischer Jugendlicher: Die Diskussion blieb weitgehend auf Hochschulstudierende beschränkt. Unklar blieb, wie berufsbildende Schulen oder nicht-formale Bildungswege in Partizipationsprozesse einbezogen werden können.
Langfristige Wirkung digitaler Tools: Welche konkreten Auswirkungen haben digitale Beteiligungsformate (z. B. LLMs) auf die Qualität studentischer Mitwirkung – und wie lässt sich dies messen?
Finanzielle Förderung: Wie können Hochschulen finanzielle Anreize (z. B. Aufwandsentschädigungen) für Engagement schaffen, ohne neue Abhängigkeiten zu generieren?
Die Diskussion zeigte drei zentrale Handlungsfelder für Hochschulen auf:
Strukturelle Verankerung: Studentische Beteiligung muss verbindlich und frühzeitig in Entscheidungsprozesse integriert werden – etwa durch Vetorechte oder feste Konsultationspflichten.
Kommunikation und Sichtbarkeit: Beteiligungsmöglichkeiten müssen aktiv beworben und über diverse Kanäle (z. B. Social Media, physische Präsenz) zugänglich gemacht werden. Überlastete E-Mail-Systeme sollten durch niedrigschwellige Formate (z. B. „Walk-in“-Sprechstunden) ergänzt werden.
Sozioökonomische Barrieren abbauen: Finanzielle Unterstützung (z. B. Grundsicherung) und flexible Engagementformate (z. B. digitale Tools) können die Partizipation benachteiligter Gruppen fördern.
Take-away für die Teilnehmenden:
Die Panelist:innen betonten abschließend, dass kein „One-size-fits-all“-Modell existiere – vielmehr müssten Hochschulen kontextspezifische Lösungen entwickeln, die ihre jeweilige Studierendenschaft einbeziehen.
Es werden verschiedene Ansätze genutzt: Die direkte Kommunikation über Vorstände von Studierendenverbänden, Mitgliederversammlungen sowie niedrigschwellige Angebote wie wöchentliche 'Walk-in'-Sprechstunden, Instagram-Promotion und informelle Kaffeestände in Bibliotheken.
Aktuell mangelt es oft an Kommunikation über bestehende Möglichkeiten. Die Panelist:innen fordern, dass Hochschulen Studierende proaktiv und frühzeitig kontaktieren, anstatt darauf zu warten, dass Studierende selbst die Initiative ergreifen.
In den Niederlanden gibt es einen nationalen Jugendrat, der verschiedene Jugendverbände bündelt und gute Beziehungen zum Ministerium pflegt, um auch Stimmen aus der berufsbildenden Ausbildung einzubeziehen.
Ein großer Vorteil sind nationale Dachorganisationen mit spezialisierten Arbeitsgruppen zu Well-being und sozialer Sicherheit, die einen zentralen Wissensaustausch zwischen allen Hochschulen ermöglichen.
mindmap
root)Shifting the Perspective: Student Participation in Transformative Times(
["Strukturelle Verankerung"]
["Frühzeitige Einbindung in Entscheidungen"]
["Vetorechte für Studierendenräte"]
["Verbindliche Konsultationspflichten"]
["Kommunikation & Sichtbarkeit"]
["Niedrigschwellige Formate (Kaffee-Stände, Walk-in-Sprechstunden)"]
["Diversifizierte Kanäle (Social Media, physische Präsenz)"]
["Ambassador:innen in Lehrveranstaltungen"]
["Sozioökonomische Barrieren"]
["Finanzielle Förderung (Grundsicherung, Aufwandsentschädigungen)"]
["Flexible Engagementformate für Berufstätige"]
["Repräsentation marginalisierter Gruppen"]
["Digitale Tools & KI"]
["Kritik an Monokultur von LLMs"]
["Diversifizierung genutzter KI-Systeme"]
["Niedrigschwellige digitale Beteiligungsformate"]
["Best Practices"]
["Niederlande: Nationale Studierendenorganisationen mit Vetorechten"]
["Deutschland: Studentische Digitalbüros"]
["Informelle Austauschformate (Kaffeegespräche)"]
["Demokratiebildung"]
["Partizipation als demokratische Übung"]
["Rolle für spätere politische Engagement"]