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Offenheit gestalten: Wie Wissensorte Transfer lebendig machen

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Zusammenfassung

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1. Kontext

Die Session stellt das Projekt „Transfer und Transformation“ (TuT) der Ostfalia Hochschule vor, das darauf abzielt, Wissenstransfer zwischen Hochschule und Gesellschaft nicht nur programmatisch zu formulieren, sondern durch physische, digitale und soziale Infrastrukturen dauerhaft zu verankern. Im Fokus stehen Wissensorte als niedrigschwellige Schnittstellen, die Begegnung, Austausch und Innovation ermöglichen. Die Referent:innen berichten über Aufbau, Funktionen und Herausforderungen eines transferorientierten Ökosystems und diskutieren übertragbare Ansätze für eine „Connected University“.


2. Kernaussagen

2.1 Projekt „Transfer und Transformation“ (TuT)

  • Ziel: Systematische Stärkung des Wissens- und Ideenaustauschs zwischen Hochschule und Gesellschaft, mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Third Mission.
  • Laufzeit und Förderung: Juli 2020 bis Dezember 2023 (3,5 Jahre), Budget von ca. 1,5 Mio. Euro, gefördert durch das Programm „Zukunft Niedersachsen“ und die Volkswagen Stiftung.
  • Strategischer Mehrwert:
    • Sichtbarmachung von Wissenschaft im öffentlichen Raum (z. B. Innenstädte, Campus-Cafeterien).
    • Belebung städtischer Räume und Erreichung neuer Zielgruppen (Bürger:innen, regionale Akteure, Studierende).
    • Förderung von Vertrauen, Netzwerken und regional verankerten Innovationen.

2.2 Wissensorte als zentrale Infrastruktur

  • Definition: Physische, digitale und soziale Räume, die niedrigschwelligen Zugang zu Wissen und Forschung ermöglichen.
  • Drei implementierte Wissensorte mit eigenen Profilen:
    1. Campus Corner (Ostfalia Campus):
      • Treffpunkt für Studierende und Interessierte, strategisch gegenüber der Cafeteria platziert.
      • Nutzung für lockere Austauschformate, Mini-Workshops und kreative Veranstaltungen.
    2. Atelier 2.0 (Wolfsburg):
      • Fokus auf Design und Innovation; Experimentierfeld für neue Formate.
    3. WOW – Wissensort Wolfenbüttel:
      • Kooperation zwischen Stadt Wolfenbüttel und Ostfalia Hochschule.
      • Interdisziplinärer Begegnungsraum in zentraler Innenstadtlage (Löwenstraße) mit flexibler Raumgestaltung.
      • Ziel: Austausch zwischen regionalen Akteuren, Wirtschaft und Bürger:innen.
  • Funktionen:
    • Schaffung von Begegnungsräumen für spontane Ideen und strukturierte Formate (Workshops, Ausstellungen, Talks).
    • Sichtbarkeit durch zentrale Lage und Schaufensterflächen.

2.3 Erfolgsfaktoren und Herausforderungen

  • Erfolgsfaktoren:
    • Balance zwischen Offenheit und Struktur:
      • Offenheit: Spontane Ideen zulassen, niedrigschwellige Formate.
      • Struktur: Organisatorischer Rahmen (Technik, flexible Möblierung, Buchungssysteme).
    • Kooperationen: Enge Zusammenarbeit mit regionalen Partnern (z. B. Stadt Wolfenbüttel) und Hochschulakteuren.
    • Vielfalt der Formate: Breites Spektrum an Veranstaltungen, um unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen.
    • Motivation der Beteiligten: Hohe Eigeninitiative von Projektmitarbeiter:innen und externen Akteuren.
  • Herausforderungen:
    • Komplexe Kommunikation: Abstimmungsbedarf zwischen vielen Beteiligten (Hochschule, Stadt, Fördermittelgeber, Bürger:innen).
    • Ressourcen:
      • Personell: Team von 5–6 Personen (wechselnd über Projektlaufzeit), Unterstützung durch Fakultäten und studentische Hilfskräfte.
      • Finanziell: Langfristige Sicherung nach Auslaufen der Förderung (z. B. durch Raumvermietung).
    • Evaluation: Schwierigkeit, qualitative Effekte (z. B. Vertrauensaufbau, langfristige Innovationen) messbar zu machen.

2.4 Evaluation und Wirkung

  • Methoden:
    • Quantitative Daten: Anzahl und Art der Formate, Teilnehmer:innenzahlen.
    • Qualitative Interviews: Befragung von Beteiligten (Planer:innen, Durchführende) und Besucher:innen.
    • Externe Evaluation: Durchgeführt im Rahmen von Kooperationen (z. B. mit der Stadt Wolfenbüttel).
  • Ergebnisse:
    • Positive Resonanz durch zentrale Lage, Sichtbarkeit und experimentelle Formate.
    • Wissensorte als Katalysator für neue Kooperationen und Perspektiven.
    • Herausforderung: Langfristige Wirkung (z. B. Interesse an Wissenschaft bei Kindern) ist schwer quantifizierbar.

2.5 Learnings und übertragbare Ansätze

  • Frühzeitige Abstimmung: Klare Kommunikation zwischen allen Akteuren auf operativer und strategischer Ebene.
  • Flexibilität: Vielfalt der Formate und Zielgruppenansprache erhöhen Reichweite.
  • Infrastruktur: Technische Ausstattung und räumliche Gestaltung als Grundlage für Offenheit.
  • Nachhaltigkeit: Finanzierungsmodelle (z. B. Raumvermietung) und Projektanträge als Brücke zwischen Förderphasen.

3. Fazit

Die Wissensorte der Ostfalia Hochschule zeigen, wie Offenheit infrastrukturell und organisatorisch gestaltet werden kann, um Wissenschaft und Gesellschaft nachhaltig zu verbinden. Der Ansatz geht über klassischen Wissenstransfer hinaus: Durch Begegnung, Vertrauen und Netzwerke entstehen neue Perspektiven, Kooperationen und gemeinsame Lösungsansätze. Die größte Herausforderung bleibt die langfristige Sicherung von Ressourcen, doch die Erfahrungen des TuT-Projekts bieten wertvolle Impulse für andere Hochschulen, die eine „Connected University“ anstreben.

Handlungsempfehlung: Hochschulen sollten bei der Einrichtung von Wissensorte auf zentrale Lage, flexible Nutzungskonzepte und enge Kooperationen mit regionalen Partnern setzen. Gleichzeitig gilt es, kommunikative Prozesse frühzeitig zu strukturieren und Evaluationsmethoden zu entwickeln, die sowohl quantitative als auch qualitative Wirkungen erfassen.

Fragen & Antworten

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Wie viele Personen waren für den Aufbau von WOW (Räumlichkeiten, Ausstattung, Marketing) vorgesehen und in welchem Zeitraum?

Das Projektteam bestand über die Laufzeit von drei Jahren aus etwa fünf bis sechs Personen, wobei die Zusammenarbeit mit der Stadt Wolfenbüttel beim Aufbau eine große Hilfe war.

Wer organisiert die Nutzung der Räumlichkeiten – Externe oder Hochschulangehörige?

Die Buchung der Räumlichkeiten wird durch die Stadt Wolfenbüttel organisiert und kann über die entsprechende Webseite erfolgen.

Wie wird der langfristige Return on Invest gemessen?

Ein direkter Return on Invest ist schwierig zu messen, da qualitative Effekte wie das entstehende Interesse von Kindern an der Wissenschaft eine langfristige Investition in die Zukunft darstellen, die nicht sofort quantifizierbar ist.

Wie werden die Wissensorte und die dortigen Formate evaluiert?

Die Evaluation erfolgte extern sowie im Rahmen einer Bachelorarbeit durch die Analyse von Veranstaltungsdaten, Teilnehmerzahlen sowie durch Interviews mit Planern, Durchführenden und Besuchern.

Wie wird die Nachhaltigkeit sichergestellt, wenn die Finanzierung ausläuft?

Zur langfristigen Finanzierung werden neue Projektanträge gestellt und die Räumlichkeiten werden zur Miete angeboten.

Diagramm

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