Studentisch organisierte Lehre – aus wenig Geld viel machen
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„Studentisch organisierte Lehre gelingt nur [...] wenn man sich traut, Studierende als erwachsene Personen wahrzunehmen und wenn man drauf vertraut, dass Studierende schon den Willen und die Fähigkeit haben, 'n Projekt zu machen [...] und auch anerkennt, dass ihr einfach Handlungsfähig und handlungsmächtige Erwachsene sind.“
„Studentisch organisierte Lehre macht Selbstwirksamkeit erlebbar und stärkt das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit.“
„Teilnehmende können sich dann auch als aktiv gestaltende erleben, nicht nur als Wissensempfänger erinnern. Das glaube ich, ist auch son ganz, ganz wesentlicher Unterschied zu Formaten, denen es sonst die Expertise bei einer Lehrperson mit welchem Status auch immer liegt.“
Studentisch organisierte Lehrformate wie die Projektwerkstätten der TU Berlin existieren seit über 40 Jahren und ergänzen das reguläre Lehrangebot. Sie zielen darauf ab, theoretische Hochschulbildung mit praktischer Anwendung zu verknüpfen und gesellschaftliche Fragestellungen in den Fokus zu rücken. Angesichts multipler globaler Krisen (Klimawandel, Kriege, soziale Ungleichheit) gewinnt dieses Format an Aktualität, da es Studierende befähigt, aktiv Lösungen für drängende Probleme zu entwickeln und Schlüsselkompetenzen zu erwerben.
Studentisch organisierte Lehre wie die Projektwerkstätten der TU Berlin bietet ein kosteneffizientes, partizipatives und zukunftsorientiertes Lehrformat, das:
Handlungsempfehlung: Hochschulen sollten das Modell institutionell verankern und folgende Rahmenbedingungen sicherstellen:
Kontakt und weitere Informationen:
Es erfolgt keine volle Anrechnung auf die Lehrstunden; die Professor*innen profitieren primär vom Renommee erfolgreicher Projekte mit hoher Außenwirksamkeit.
In der Regel melden die Projektwerkstätten ein eigenes Modul an, das für alle Studiengänge im Bereich der freien Wahl anrechenbar ist und meist 3 bis 6 Leistungspunkte umfasst.
Der Umfang ist relativ frei, umfasst jedoch ein Konzept (ca. fünf Seiten), ein Anschreiben, einen Entwurf für die Modulbeschreibung sowie die Unterstützungszusage eines Professors oder einer Professorin.
Ja, Noten sind möglich, sofern die Studierenden dies so planen und die Details der Benotung mit der verantwortlichen Lehrperson aushandeln.
Die Motivation erfolgt durch eine hohe Sichtbarkeit (zentrale Mailverteiler, Einführungstage), die positive Mundpropaganda sowie die finanzielle Unterstützung durch bezahlte Tutor*innenstellen und die Anrechenbarkeit als Studienleistung.
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Projektwerkstätten | Studentisch organisierte, selbstverwaltete Lehrveranstaltungen mit Projektcharakter an der TU Berlin, die Theorie mit praktischer Anwendung und gesellschaftlicher Kontextualisierung verknüpfen. |
| kubus | Die Kooperations- und Beratungsstelle für Umweltfragen, die Studierende individuell bei der didaktischen und organisatorischen Gestaltung ihrer Projektanträge berät. |
| Kommission für Studium und Lehre (LSK) | Das Gremium an der TU Berlin, welches zusammen mit dem Vizepräsidenten für Studium und Lehre über die Förderung von Projektwerkstätten entscheidet. |
| Interdisziplinarität | Die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen verschiedenen Fachrichtungen, um komplexe Fragestellungen über Disziplingrenzen hinweg zu bearbeiten. |
| Transdisziplinarität | Die Zusammenarbeit von Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Akteuren zur Lösung realweltlicher Probleme und zur Übersetzung wissenschaftlicher Inhalte. |
| Studentische Agency | Die Anerkennung der Handlungsfähigkeit und Gestaltungsmacht von Studierenden als erwachsene Personen innerhalb des Hochschulsystems. |
| Selbstwirksamkeit | Die Erfahrung von Studierenden, durch eigene Initiative und Gestaltung eine Idee in handfeste Ergebnisse zu transformieren. |
mindmap
root)Studentisch organisierte Lehre – aus wenig Geld viel machen(
["Konzept der Projektwerkstätten"]
["Definition und Ziele"]
["Ablauf und Förderung"]
["Strukturelle Rahmenbedingungen"]
["Ressourcen und Unterstützung"]
["Freiheiten und Vertrauenskultur"]
["Förderung von Schlüsselkompetenzen"]
["Soziale und kommunikative Fähigkeiten"]
["Selbstwirksamkeit"]
["Nutzen für die Hochschule"]
["Lehre und Forschung"]
["Nachwuchsförderung"]
["Finanzielle Effizienz"]
["Geringer Ressourcenaufwand"]
["Hoher Output"]