Auf dem Weg zu Open Science Communication
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„Open Science Communication [...] ist ein Positionspapier des Kommunikationsteams der Universität, wo wir uns als Kommunikationsteam zur Nutzung, Gestaltung und Förderung gemeinnütziger, datenschutzfreundlicher und quelloffen Medien bekennen.“
„Wir sehen, dass als generelle problematische Entwicklung von Onlinekommunikationsräumen [...] Wir haben das Stichwort Big Tech Plattformen. [...] Daher haben wir uns überlegt, wie gehen wir damit langfristig eben solche Situationen möglich zu vermeiden und uns möglichst resilient gegenüber diesen Entwicklungen als öffentliche [Institution] [aufbauen].“
„Wir sollten viel mehr auch über das, nicht nur das Was damit auseinandersetzen, da wir aus unserer Sicht schon jene Institutionen sind, die übrigens nicht zum ersten Mal in der Geschichte des Internets da vorangehen können und entsprechende Vorbildrollen einnehmen können.“
Der Vortrag von Melanie Bartos (Universität Innsbruck) thematisiert die Notwendigkeit, Wissenschaftskommunikation auf offene, gemeinwohlorientierte digitale Infrastrukturen zu verlagern. Ausgehend vom Positionspapier „Open Science Communication“ der Universität wird dargelegt, wie Hochschulen durch die Nutzung quelloffener Plattformen wie dem Fediverse und Wikimedia-Projekten digitale Souveränität erlangen und sich von proprietären, datenkapitalistischen Logiken großer Tech-Plattformen emanzipieren können. Der Ansatz zielt darauf ab, staatlich finanzierte Inhalte langfristig sichtbar, zugänglich und resilient zu gestalten.
Die Universität Innsbruck zeigt mit ihrer Open-Science-Communication-Strategie, wie Hochschulen durch offene Infrastrukturen, institutionelle Verankerung und schrittweise Umsetzung digitale Souveränität erlangen können. Zentrale Handlungsempfehlungen für andere Einrichtungen:
Die vorgestellte Strategie unterstreicht, dass Open Science Communication nicht nur eine technische, sondern eine kulturelle und politische Aufgabe ist – mit Vorbildcharakter für andere öffentliche Institutionen.
Die Präsenz auf Wikipedia ist gerade deshalb wichtig, da KI-Anbieter Wikipedia als seriöse Quelle nutzen. Durch die Platzierung universitärer Inhalte dort wird sichergestellt, dass KI-Bots qualitativ hochwertige Informationen aus wissenschaftlichen Quellen heranziehen.
Die Umsetzung erfolgt schrittweise und durch Sensibilisierungsarbeit, beispielsweise durch den niedrigschwelligen Einstieg über die Erstellung eines Mastodon-Accounts. Zudem wird mit dem Argument der digitalen Unabhängigkeit von kommerziellen Plattformen und deren Eigentümern gearbeitet.
Die Strategie wurde direkt auf der Ebene der Hochschulleitung verankert. Die Implementierung erfolgte schrittweise und wurde in den Kontext von Open Science Communication eingebettet, um eine langfristige, resiliente Struktur aufzubauen.
Es gibt keine zentrale Kuratierung, aber es finden Maßnahmen zur Kompetenzvermittlung statt, wie beispielsweise ein Wiki Data Workshop im Herbst, um das Interesse und die Fähigkeiten in diesem Bereich zu fördern.
Die Universität lizenziert Bild- und Videomaterial unter CC BY, damit diese rechtssicher in Wikimedia Commons hochgeladen werden können. Von dort aus fließen die Inhalte in Wikipedia-Artikel ein, was die Sichtbarkeit deutlich erhöht.
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Open Science Communication | Ein strategischer Ansatz der Universität Innsbruck, der Wissenschaftskommunikation als infrastrukturelle Aufgabe begreift und auf gemeinnützigen, datenschutzfreundlichen und quelloffenen Medien basiert. |
| Fediverse | Ein Netzwerk aus miteinander verbundenen, dezentralen und quelloffenen sozialen Netzwerken. |
| Mastodon | Ein quelloffener Microblogging-Dienst im Fediverse, der als Alternative zu proprietären Plattformen wie Twitter/X genutzt wird. |
| Digitale Souveränität | Die Fähigkeit einer Institution, ihre digitale Infrastruktur und Daten unabhängig von kommerziellen Drittanbietern und deren Algorithmen zu kontrollieren. |
| Single Sign-On (SSO) | Ein Authentifizierungsverfahren, das es Nutzern ermöglicht, sich mit einem einzigen Satz von Anmeldedaten bei mehreren verschiedenen Diensten anzumelden. |
| Wikimedia-Projekte | Eine Gruppe von freien Wissensplattformen, zu denen insbesondere Wikipedia (Enzyklopädie), Wikidata (strukturierte Daten) und Wikimedia Commons (Medienarchiv) gehören. |
| Creative-Commons-Lizenzen (CC BY) | Standardisierte offene Lizenzen, die die rechtssichere Weiterverwendung und Verbreitung von Inhalten unter Angabe der Urheberschaft ermöglichen. |
| Proprietäre Plattformen | Geschlossene, kommerziell betriebene digitale Dienste, deren Logiken oft im Widerspruch zu Gemeinwohlorientierung und digitaler Unabhängigkeit stehen. |
mindmap
root)Open Science Communication(
["Infrastrukturelle Aufgabe"]
["Öffentliche Infrastruktur nutzen"]
["Big-Tech-Plattformen ersetzen"]
["Vorbildfunktion der Universität"]
["Digitale Souveränität"]
["Eigene Mastodon-Instanz"]
["Single Sign-On für Mitarbeitende"]
["Unabhängigkeit von Algorithmen"]
["Wikimedia-Projekte"]
["Schulungen für Wissenschaftler:innen"]
["Inhalte in Wikipedia/Wikidata"]
["CC-Lizenzen für Medien"]
["Institutionelle Verankerung"]
["Leistungsvereinbarungen mit Ministerium"]
["Pilotprojekte für Akzeptanz"]
["Open Science als Kontext"]
["KI-Strategie"]
["Wikipedia als KI-Quelle"]
["Offene Lizenzen für KI-Training"]
["Wikimedia Commons nutzen"]