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Auf dem Weg zu Open Science Communication

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Wortwolke

KI-generierter Inhalt

Zusammenfassung

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Kontext

Der Vortrag von Melanie Bartos (Universität Innsbruck) thematisiert die Notwendigkeit, Wissenschaftskommunikation auf offene, gemeinwohlorientierte digitale Infrastrukturen zu verlagern. Ausgehend vom Positionspapier „Open Science Communication“ der Universität wird dargelegt, wie Hochschulen durch die Nutzung quelloffener Plattformen wie dem Fediverse und Wikimedia-Projekten digitale Souveränität erlangen und sich von proprietären, datenkapitalistischen Logiken großer Tech-Plattformen emanzipieren können. Der Ansatz zielt darauf ab, staatlich finanzierte Inhalte langfristig sichtbar, zugänglich und resilient zu gestalten.


Kernaussagen

1. Open Science Communication als infrastrukturelle Aufgabe

  • Die Universität Innsbruck definiert Wissenschaftskommunikation als öffentliche Infrastruktur und setzt auf gemeinnützige, datenschutzfreundliche und quelloffene Medien.
  • Ziel ist die Ablösung von Big-Tech-Plattformen (z. B. Twitter/X), deren Instabilität und kommerzielle Ausrichtung die Sichtbarkeit staatlich finanzierter Inhalte gefährden.
  • Begründung: Öffentliche Institutionen tragen eine Vorbildfunktion und sollten offene Ökosysteme aktiv mitgestalten, da diese oft über geringe finanzielle Ressourcen verfügen.

2. Strategische Resilienz durch digitale Souveränität

  • Fediverse-Integration: Die Universität betreibt eine eigene Mastodon-Instanz auf universitätseigenen Servern, die über Single Sign-On (SSO) für alle Mitarbeitenden (über 5.000 Personen) zugänglich ist. Eine Ausweitung auf Studierende (ca. 30.000) ist geplant.
    • Beispiel: Microblogging-Kommunikation wurde vollständig auf Mastodon verlagert; proprietäre Alternativen wie Bluesky werden nur über Brücken genutzt.
  • Vorteile: Unabhängigkeit von Plattform-Algorithmen, Datenschutzkonformität und langfristige Kontrolle über Inhalte.

3. Systematische Einbindung von Wikimedia-Projekten

  • Zusammenarbeit mit Wikimedia Österreich: Gezielte Schulungen für Wissenschaftler:innen und Verwaltungspersonal, um Inhalte in Wikipedia und Wikidata zu integrieren.
    • Maßnahmen:
      • Fortbildungen für Wikipedia-Autor:innen.
      • Projekte zur Übertragung von Archivinhalten (z. B. Klimaberichterstattung).
      • Regelmäßige Veranstaltungen (z. B. Konferenz „Wikipedia in der Wissenschaftskommunikation“) und Kooperationen mit lokalen Wikipedia-Communities.
  • Reichweite und Seriosität: Wikipedia-Inhalte werden von KI-Chatbots als seriöse Quelle genutzt, was die Sichtbarkeit universitärer Inhalte in KI-generierten Antworten erhöht.
  • Offene Lizenzierung: Bild- und Videomaterial wird unter Creative-Commons-Lizenzen (CC BY) bereitgestellt, um die Weiterverwendung in Wikimedia Commons und Bildungseinrichtungen zu ermöglichen.
    • Effekt: Deutlich höhere Aufrufe im Vergleich zu proprietären Plattformen wie YouTube.

4. Institutionelle Verankerung und Umsetzung

  • Strategische Verankerung: Die Open-Science-Kommunikation ist in den Leistungsvereinbarungen mit dem österreichischen Wissenschaftsministerium festgeschrieben und wird auf Leitungsebene berichtet.
  • Schrittweise Implementierung:
    • Sensibilisierung der Belegschaft durch kleine Pilotprojekte (z. B. Mastodon-Accounts für Mitarbeitende).
    • Argumentation mit digitaler Unabhängigkeit und langfristiger Resilienz gegenüber Plattformrisiken.
    • Einbindung in den Kontext von Open Science, um die Akzeptanz zu erhöhen.
  • Herausforderungen: Anfangs geringes Problembewusstsein bei Entscheidungsträger:innen; Überzeugungsarbeit durch schrittweise Einführung und Kontextualisierung.

5. KI-Strategie und offene Lizenzen

  • Wikipedia als KI-Quelle: Da KI-Chatbots häufig auf Wikipedia zugreifen, wird die Präsenz universitärer Inhalte dort als indirekter Kanal für KI-Trainingsdaten genutzt.
  • Creative-Commons-Material: Die Universität lizenziert eigene Medieninhalte offen, um die rechtssichere Weiterverwendung in Wikimedia-Projekten und Bildungskontexten zu ermöglichen.
    • Praktische Anwendung: Videos und Bilder werden in Wikimedia Commons hochgeladen und fließen von dort in Wikipedia-Artikel ein.

Fazit

Die Universität Innsbruck zeigt mit ihrer Open-Science-Communication-Strategie, wie Hochschulen durch offene Infrastrukturen, institutionelle Verankerung und schrittweise Umsetzung digitale Souveränität erlangen können. Zentrale Handlungsempfehlungen für andere Einrichtungen:

  1. Priorisierung offener Plattformen (Fediverse, Wikimedia) zur langfristigen Sicherung der Sichtbarkeit.
  2. Schulungen und Kooperationen (z. B. mit Wikimedia), um Inhalte in serösen Kanälen zu platzieren.
  3. Offene Lizenzierung von Medieninhalten, um die Nutzung in Bildung und KI zu fördern.
  4. Strategische Verankerung auf Leitungsebene, um Nachhaltigkeit zu gewährleisten.
  5. Sensibilisierung der Belegschaft durch niedrigschwellige Einstiege und kontextuelle Argumentation.

Die vorgestellte Strategie unterstreicht, dass Open Science Communication nicht nur eine technische, sondern eine kulturelle und politische Aufgabe ist – mit Vorbildcharakter für andere öffentliche Institutionen.

Fragen & Antworten

KI-generierter Inhalt
Wie geht die Strategie mit der Tatsache um, dass viele Menschen KI-Chatbots anstelle von Wikipedia zur Information nutzen?

Die Präsenz auf Wikipedia ist gerade deshalb wichtig, da KI-Anbieter Wikipedia als seriöse Quelle nutzen. Durch die Platzierung universitärer Inhalte dort wird sichergestellt, dass KI-Bots qualitativ hochwertige Informationen aus wissenschaftlichen Quellen heranziehen.

Wie werden die Hochschulmitarbeitenden davon überzeugt, an der Open Science Strategie mitzuwirken?

Die Umsetzung erfolgt schrittweise und durch Sensibilisierungsarbeit, beispielsweise durch den niedrigschwelligen Einstieg über die Erstellung eines Mastodon-Accounts. Zudem wird mit dem Argument der digitalen Unabhängigkeit von kommerziellen Plattformen und deren Eigentümern gearbeitet.

Welche Bereiche und Gremien der Hochschule waren vorrangig an der Umsetzung der Strategie involviert?

Die Strategie wurde direkt auf der Ebene der Hochschulleitung verankert. Die Implementierung erfolgte schrittweise und wurde in den Kontext von Open Science Communication eingebettet, um eine langfristige, resiliente Struktur aufzubauen.

Gibt es Aktivitäten, um Forschungsdaten aus Repositorien in Wikidata bereitzustellen?

Es gibt keine zentrale Kuratierung, aber es finden Maßnahmen zur Kompetenzvermittlung statt, wie beispielsweise ein Wiki Data Workshop im Herbst, um das Interesse und die Fähigkeiten in diesem Bereich zu fördern.

Wie werden Creative-Commons-lizenzierte Videos und Bilder konkret genutzt?

Die Universität lizenziert Bild- und Videomaterial unter CC BY, damit diese rechtssicher in Wikimedia Commons hochgeladen werden können. Von dort aus fließen die Inhalte in Wikipedia-Artikel ein, was die Sichtbarkeit deutlich erhöht.

Diagramm

KI-generierter Inhalt
100%
mindmap
  root)Open Science Communication(
    ["Infrastrukturelle Aufgabe"]
      ["Öffentliche Infrastruktur nutzen"]
      ["Big-Tech-Plattformen ersetzen"]
      ["Vorbildfunktion der Universität"]
    ["Digitale Souveränität"]
      ["Eigene Mastodon-Instanz"]
      ["Single Sign-On für Mitarbeitende"]
      ["Unabhängigkeit von Algorithmen"]
    ["Wikimedia-Projekte"]
      ["Schulungen für Wissenschaftler:innen"]
      ["Inhalte in Wikipedia/Wikidata"]
      ["CC-Lizenzen für Medien"]
    ["Institutionelle Verankerung"]
      ["Leistungsvereinbarungen mit Ministerium"]
      ["Pilotprojekte für Akzeptanz"]
      ["Open Science als Kontext"]
    ["KI-Strategie"]
      ["Wikipedia als KI-Quelle"]
      ["Offene Lizenzen für KI-Training"]
      ["Wikimedia Commons nutzen"]