Session-Dokumentation • Input • Deutsch

Lehrportfolios neu denken durch persönliches Wissensmanagement mit digitalen Denkwerkzeugen

Cover-Bild für Lehrportfolios neu denken durch persönliches Wissensmanagement mit digitalen Denkwerkzeugen

Hinweis: Die Inhalte auf dieser Seite wurden teilweise von KI generiert und können Fehler enthalten.

Wortwolke

KI-generierter Inhalt

Zusammenfassung

KI-generierter Inhalt

Kontext

Die Session thematisiert die Neugestaltung von Lehrportfolios im Kontext der digitalen Transformation und des Einsatzes künstlicher Intelligenz (KI). Lehrportfolios werden traditionell als statische Dokumente (z. B. PDFs) für Bewerbungsprozesse genutzt, sollen jedoch stärker als dynamische Instrumente zur kontinuierlichen Lehrentwicklung und Reflexion verstanden werden. Digitale Denkwerkzeuge wie generative KI (z. B. ChatGPT) und Notiz-Apps (z. B. Obsidian) bieten neue Möglichkeiten, diese Prozesse zu unterstützen, bergen aber auch Herausforderungen – etwa die Gefahr einer zu starken Auslagerung von Denkprozessen an KI.


Kernaussagen

1. Neudefinition des Lehrportfolios

  • Lehrportfolios sollten nicht als fertige Produkte, sondern als prozessorientierte, dynamische Instrumente der Lehrentwicklung verstanden werden.
  • Ziel ist es, intraindividuelle Entwicklung zu dokumentieren (Entwicklungsportfolio) und gleichzeitig Lehrkompetenzen nach außen zu präsentieren (Showcase-Portfolio).
  • Zentrale Bestandteile:
    • Lehrphilosophie (eigene Überzeugungen und Annahmen).
    • Lehrveranstaltungsverzeichnis (Zielgruppen, Inhalte, Methoden).
    • Evaluationsergebnisse, kommentierte Lehrmaterialien, Lehrpreise (optional).
  • Kontextabhängigkeit: Portfolios müssen an institutionelle Anforderungen, Disziplinen und individuelle Ziele angepasst werden.

2. Lehren als Wissensarbeit

  • Die Erstellung eines Portfolios wird als Teil des persönlichen Wissensmanagements begriffen.
  • Wissensarbeit umfasst:
    • Identifikation, Entwicklung, Verteilung und Nutzung von Wissen.
    • Kontinuierliche Reflexion und Aufbau auf bestehenden Erfahrungen.
  • Herausforderungen:
    • Hoher Pflegeaufwand für ein solches System.
    • Notwendigkeit, klare Ziele und Zwecke zu definieren (z. B. "Was will ich mit dem Portfolio erreichen?").
  • Vorteil: Langfristige "Denkdividende" durch strukturierte Dokumentation.

3. Einsatz digitaler Denkwerkzeuge

  • Tools for Thought (z. B. Obsidian) ermöglichen:
    • Flexible, netzwerkartige Strukturierung von Reflexionen durch Markdown-Dateien und Wiki-Links.
    • Datensouveränität: Speicherung der Daten auf der eigenen Festplatte (keine Abhängigkeit von Cloud-Anbietern).
    • Skalierbarkeit und Modellierbarkeit von Inhalten.
  • Beispiel Obsidian:
    • Open-Source-ähnliche Software (arbeitet mit reinen Textdateien).
    • Einfache Verlinkung von Notizen (z. B. zwischen Lehrveranstaltungen und Reflexionen).
    • Integration von KI-Plugins (z. B. für Zusammenfassungen oder Reflexionshilfen).

4. KI als Co-Konstrukteur – Chancen und Grenzen

  • Mögliche Rollen der KI:
    • Synthetisierung: Analyse von Kursverläufen zur Identifikation von "blinden Flecken".
    • Reflektiver Coach: Unterstützung bei der Verbesserung von Lehrplanung oder Lernhandeln.
    • Redundanzbereinigung: Erkennung von Inkonsistenzen oder Lücken im Portfolio.
  • Kritische Distanz zum "Offloading":
    • Assistives Offloading (z. B. Organisation von Notizen) ist unproblematisch.
    • Substitutives Offloading (Auslagerung von Reflexionsprozessen) gefährdet die authentische Verarbeitung von Lehrerfahrungen.
    • Disruptives Offloading (vollständige Automatisierung, z. B. Transkription von Vorlesungen) birgt Risiken für die Autonomie und Glaubwürdigkeit des Portfolios.
  • KI-Kompetenzmodell (nach Basel et al.):
    • Zentrale Frage: Wie kann KI verantwortungsvoll eingesetzt werden?
    • Kompetenzbereiche: Verstehen, Verarbeiten, Gestalten und Verantwortung für den KI-Einsatz.

5. Mehrperspektivische Reflexion

  • Ein qualitativ hochwertiges Portfolio integriert vier Perspektiven (nach Brookfield, 2017):
    1. Autobiografisch: Eigene Lehrphilosophie und Werte.
    2. Studentisch: Lernprozesse und Herausforderungen der Studierenden.
    3. Kollegial: Austausch mit Peers und Vergleich von Erfahrungen.
    4. Theoretisch: Einbindung hochschuldidaktischer Literatur.
  • Erweiterung um eine fünfte Perspektive: KI als Reflexionsmotor oder Coach (z. B. zur Identifikation von Entwicklungsfeldern).
  • Praktischer Einstieg:
    • Gradueller Aufbau: Kein perfektes Gesamtsystem anstreben, sondern schrittweise und bedarfsorientiert starten.
    • Beispiel-Prompts für KI:
      • "Analysiere den Kursverlauf und mache blinde Flecken sichtbar."
      • "Reflektiere kritische Anlässe in meiner Lehre und schlage Verbesserungen vor."

Fazit

Lehrportfolios sollten als lebendige, prozessorientierte Werkzeuge der Lehrentwicklung neu gedacht werden. Digitale Denkwerkzeuge wie Obsidian und generative KI bieten hierfür flexible, souveräne und unterstützende Lösungen, bergen jedoch die Gefahr einer Entfremdung von der eigenen Reflexion. Die Referent:innen empfehlen:

  1. KI bewusst und reflektiert einsetzen – als Werkzeug, nicht als Ersatz für menschliche Denkprozesse.
  2. Mehrperspektivische Reflexion stärken, um ein holistisches Bild der eigenen Lehrkompetenz zu entwickeln.
  3. Schrittweise vorgehen: Mit kleinen, konkreten Zielen beginnen und das System graduell ausbauen.
  4. Datensouveränität wahren: Tools wie Obsidian nutzen, um Abhängigkeiten von Cloud-Anbietern zu vermeiden.

Handlungsempfehlung:

  • Lehrende sollten Lehrportfolios als kontinuierlichen Reflexionsprozess begreifen und digitale Werkzeuge nutzen, um diesen Prozess zu strukturieren, dokumentieren und präsentieren.
  • Hochschulen können durch Workshops und Leitfäden den Einstieg in digitales Wissensmanagement erleichtern und so die Akzeptanz und Kompetenz im Umgang mit KI fördern.

Quellen und weiterführende Links:

  • Notiz:Lab (Blog und Newsletter): notizlab.de
  • GitHub-Template für Lehrportfolios in Obsidian (freigegeben).
  • Artikel zu lehrbezogenem Wissensmanagement (Siegel & Lohner, 2025).
  • Use Case zur KI-gestützten Portfolioarbeit (Arnold et al., 2025).

Fragen & Antworten

KI-generierter Inhalt
Kann Obsidian in Moodle integriert werden?

Ein direktes Plugin ist nicht bekannt, aber Inhalte aus Moodle können über Formate wie HTML oder PDF exportiert und in Obsidian übertragen werden.

Was ist der Vorteil von Obsidian gegenüber Cloud-Lösungen oder anderen Wissensdateien?

Obsidian bietet hohe Datensouveränität, da es mit einfachen Markdown-Textdateien lokal auf der Festplatte arbeitet und keine Abhängigkeit von Cloud-Anbietern besteht. Zudem ermöglicht es eine sehr flexible, netzwerkartige Verlinkung von Inhalten mittels Wiki-Links.

Wie geht man mit dem hohen Zeitaufwand für die Einarbeitung und den Aufbau eines solchen Systems um?

Es wird empfohlen, nicht sofort ein perfektes Gesamtsystem anzustreben, sondern graduell und bedarfsorientiert vorzugehen. Man sollte mit der Frage beginnen, welche spezifischen Ziele und Zwecke man verfolgt, und nur die benötigten Funktionen nutzen.

Diagramm

KI-generierter Inhalt
100%
mindmap
  root)Lehrportfolios neu denken(
    ["Neudefinition Lehrportfolio"]
      ["Dynamisches Entwicklungsinstrument"]
      ["Intraindividuelle Entwicklung dokumentieren"]
      ["Kontextabhängige Anpassung"]
    ["Lehren als Wissensarbeit"]
      ["Persönliches Wissensmanagement"]
      ["Kontinuierliche Reflexion & Erfahrung"]
      ["Ziele & Zweck klar definieren"]
    ["Digitale Denkwerkzeuge"]
      ["Obsidian: Netzwerkartige Struktur"]
      ["Datensouveränität & Skalierbarkeit"]
      ["KI-Plugins für Reflexion"]
    ["KI als Co-Konstrukteur"]
      ["Chancen: Synthetisierung & Coaching"]
      ["Grenzen: Authentizität & Autonomie"]
      ["KI-Kompetenzmodell (Basel et al.)"]
    ["Mehrperspektivische Reflexion"]
      ["Autobiografisch, studentisch, kollegial"]
      ["Theoretisch & KI-gestützt"]
      ["Gradueller Aufbau & Praxisbeispiele"]
    ["Fazit & Handlungsempfehlung"]
      ["KI reflektiert einsetzen"]
      ["Schrittweise Umsetzung"]
      ["Hochschulunterstützung fördern"]