Offenheit als Commons: Open Access ohne Plattformkapitalismus
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🚨 Fringe Die Session bricht mit der Vorstellung, Open Access sei ein rein technisches Problem des Zugangs, und entlarvt es stattdessen als Instrument des Plattformkapitalismus, bei dem die Befreiung des Lesens die finanzielle Abhängigkeit der Autor:innen verschärft. Besonders provokant ist die These, dass echte Offenheit nicht durch neue Lizenzen, sondern nur durch die radikale soziale Organisation von Wissenschaft als Gemeingut (Commons) erreicht werden kann.
Der Vortrag von Deborah Sielert thematisiert die Ambivalenzen des Open-Access-Publikationssystems, das ursprünglich als Lösung für den freien Zugang zu Forschungsergebnissen gedacht war. Statt echter Offenheit dominieren jedoch kommerzielle Interessen: Verlage nutzen Publikationsgebühren (APCs), proprietäre Infrastrukturen und Datentracking, was marginalisierte Forschende benachteiligt und eine kollaborative Wissenschaftskultur untergräbt. Der Vortrag stellt Alternativen vor, die auf gemeinschaftlicher Verantwortung und nicht-kommerziellen Modellen basieren, und diskutiert Handlungsoptionen für verschiedene Akteur:innen im Wissenschaftssystem.
Open Access als Commons erfordert einen Paradigmenwechsel: weg von der Marktlogik hin zu gemeinschaftlich organisierter Wissenschaft. Während technische Alternativen (Repositorien, Diamond OA) bereits existieren, liegt die größte Hürde im kulturellen Wandel. Alle Akteur:innen – von Studierenden bis zu etablierten Forschenden – können durch bewusste Entscheidungen (z. B. Publikationswege, Lehrmaterialien) und kollektives Engagement zur Transformation beitragen. Der Vortrag plädiert dafür, Offenheit nicht als Ressource, sondern als soziales Unterfangen zu begreifen, das auf Kooperation, Transparenz und gemeinsamer Verantwortung basiert.
Die Referentin hält Verbindungen für möglich, betont jedoch, dass es primär ein soziales und kulturelles Problem ist. Sie plädiert dafür, Forschende über die Organisation des Publikationssystems aufzuklären, um sie zu bewussteren Entscheidungen zu befähigen.
Die Referentin empfiehlt, die Suche im DOAJ (Directory of Open Access Journals) zu beginnen, da dies ein guter Startpunkt ist, um entsprechende Zeitschriften zu finden.
mindmap
root)Offenheit als Commons: Open Access ohne Plattformkapitalismus(
["Open Access als Commons"]
["Gemeingut mit kollektiver Verantwortung"]
["Soziale Beziehungen statt Marktlogik"]
["Kommerzialisierung & Plattformkapitalismus"]
["APCs als Profitmodell"]
["Verlage kontrollieren Infrastruktur"]
["Probleme des Systems"]
["Finanzielle Barrieren (APCs)"]
["Proprietäre Plattformen"]
["Alternativen"]
["Diamond Open Access"]
["Institutionelle Repositorien"]
["Verantwortung & Kulturwandel"]
["Handlungsoptionen für Akteur:innen"]
["Kritische Reflexion der Publikationskultur"]