Session-Dokumentation • Input • Deutsch

Was Studierende wirklich wollen: Learning Analytics im Co-Design entwickeln

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Sondercluster

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📚 Student Voices Studierende definierten essenzielle Anforderungen wie die manuelle Erfassung von Offline-Lernzeiten und die Vermeidung demotivierender Rückstandsanzeigen. Zudem realisierten sie das Projekt im Rahmen eines Informatik-Praktikums technisch als Moodle-Plugin, wodurch das Tool konsequent „von Studierenden für Studierende“ entwickelt wurde.

Wortwolke

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Zusammenfassung

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Kontext

Die Session stellt ein Projekt der TU Darmstadt vor, das Learning Analytics (LA) nutzerzentriert und partizipativ entwickelt. Im Fokus steht die Frage, wie Studierende als primäre Zielgruppe aktiv in den Gestaltungsprozess eingebunden werden können, um ein bedarfsgerechtes Learning-Analytics-Dashboard zu entwickeln. Der Ansatz folgt dem Prinzip des Co-Designs, bei dem Studierende ihre Perspektiven, Nutzungsszenarien und Anforderungen direkt einbringen. Das Ergebnis ist ein prototypisches Moodle-Plugin, das im Rahmen eines Informatik-Praktikums von Studierenden für Studierende umgesetzt wurde.


Kernaussagen

1. Nutzerzentrierter Co-Design-Ansatz

  • Einbindung der Zielgruppe: Studierende wurden konsequent in den Entwicklungsprozess integriert, da sie über authentisches Erfahrungswissen verfügen.
  • Workshop-Format: In einem Co-Design-Workshop wurden Nutzungsszenarien, Herausforderungen und Gestaltungsoptionen für ein LA-Dashboard erarbeitet.
  • Ergebnis: Ein Anforderungskatalog und erste Mock-ups entstanden, die als Grundlage für die technische Umsetzung dienten.

2. Bedürfnisse der Studierenden

  • Transparenz und Verständlichkeit: Studierende wünschen sich klare, nachvollziehbare Darstellungen ohne "blinde Flecken".
  • Manuelle Eingabemöglichkeiten: Die Option, Lernaktivitäten außerhalb des digitalen Systems (z. B. Präsenzveranstaltungen oder private Lernzeiten) manuell einzutragen, wurde als essenziell identifiziert.
  • Kontrolle über Daten: Studierende möchten selbst entscheiden, welche Informationen angezeigt werden.
  • Begleitung und Interpretation: Unterstützung bei der Nutzung und Interpretation der Daten wurde als wichtig erachtet.
  • KI-gestützte Unterstützung: Zukünftig wird Potenzial in KI-basierten tutoriellem Feedback gesehen.

3. Funktionalitäten des Prototyps

  • Kursübersicht mit Fortschrittsbalken: Visualisierung des Lernfortschritts pro Kurs.
  • Priorisierte To-do-Liste: Unterteilung in "Wichtige Fristen" (z. B. Abgaben, Quizze) und "Material und Austausch" (z. B. Vorlesungen, Dokumente).
    • Gewichtung: Fristen haben ein höheres Gewicht (70 %) als Materialien (30 %) für die Berechnung des Kursfortschritts.
    • Visuelle Hervorhebung: Fristen in den nächsten zwei Wochen werden rot markiert.
  • Tacho-Design: Darstellung des Lernstands im Vergleich zu den Erwartungen der Lehrenden und der Kommiliton:innen.
  • Peer-Vergleich:
    • Aktivitätsvergleich: Anonymisierter Vergleich der eigenen Aktivität mit der der Kommiliton:innen (Peer Score) basierend auf den letzten zwei Wochen.
    • Quiz-Ergebnisse: Vergleich der eigenen Leistungen mit dem Durchschnitt der Kommiliton:innen.
  • Gamifizierung: Emojis zur Motivation, die sich je nach Fortschritt verändern (z. B. von neutral zu glücklich).

4. Praktische Umsetzung durch Studierende

  • Teamprojekt Softwareentwicklung: Die technische Realisierung erfolgte im Rahmen eines Informatik-Praktikums (270 Arbeitsstunden pro Studierendem).
  • Anforderungsanalyse: Gemeinsame Erarbeitung eines Spezifikationsdokuments mit dem Auftraggeber (AG E-Learning der TU Darmstadt).
  • Datenbasis: Nutzung der Moodle-Datenbank; der Fortschritt wird durch abgeschlossene Aktivitäten (z. B. Datei-Downloads, Quizze, Abgaben) berechnet.
  • Semesterbezogen: Der Kursfortschritt bezieht sich auf das laufende Semester und wird zu Semesterende zurückgesetzt.

5. Prinzipien der Implementierung

  • Freiwilligkeit: Nutzung des Dashboards ist für Lehrende und Studierende freiwillig.
  • Transparente Kommunikation: Klare Information über Datennutzung und Funktionsweise.
  • Datenschutz: Strikte Einhaltung des hessischen Verhaltenskodex für "Trusted Learning Analytics".
  • Vermeidung demotivierender Effekte: Durch Co-Design wurden potenziell demotivierende Elemente (z. B. Rückstandsanzeigen) frühzeitig identifiziert und vermieden.

Fazit

Das Projekt der TU Darmstadt zeigt, dass die aktive Einbindung von Studierenden in den Entwicklungsprozess von Learning-Analytics-Tools zu bedarfsgerechten, transparenten und motivierenden Lösungen führt. Der Co-Design-Ansatz stärkt das Vertrauen in die Fairness und Nützlichkeit des Systems und ermöglicht die frühzeitige Identifikation von Risiken (z. B. demotivierende Effekte). Die prototypische Umsetzung als Moodle-Plugin demonstriert, wie digitale Lehr-Lern-Werkzeuge von Studierenden für Studierende entwickelt werden können.

Handlungsempfehlungen

  1. Partizipative Entwicklung: Studierende konsequent in den Gestaltungsprozess einbinden, um authentische Bedürfnisse zu erfassen.
  2. Transparenz und Kontrolle: Klare Kommunikation über Datennutzung und Möglichkeiten zur individuellen Anpassung der angezeigten Informationen.
  3. Pilotierung und Evaluation: Prototypen in realen Lehrveranstaltungen testen und Feedback einholen, bevor eine breite Einführung erfolgt.
  4. Datenschutzkonformität: Einhaltung etablierter Verhaltenskodizes (z. B. "Trusted Learning Analytics") sicherstellen.
  5. Skalierbarkeit: Erfolgreiche Lösungen (wie das Moodle-Plugin) langfristig für andere Hochschulen zugänglich machen.

Fragen & Antworten

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Wird der Kursfortschritt nur anhand von angeklickten Dateien bestimmt?

Nein, der Fortschritt wird an die jeweilige Aktion angepasst; so zählen beispielsweise auch die Abgabe von Materialien oder das Abschließen eines Quizzes als erledigt.

Bezieht sich der Kursfortschritt auf ein Semester oder auf das gesamte Studium?

Der Kursfortschritt bezieht sich nur auf das laufende Semester und wird zu Semesterbeginn zurückgesetzt.

Wie wurden die Studierenden für die Entwicklung des Plugins rekrutiert?

Die Umsetzung erfolgte im Rahmen eines Pflichtpraktikums (Teamprojekt Softwareentwicklung), bei dem Studierende Projekte aus einem Katalog auswählen konnten. Zudem gab es wichtige Impulse durch den studentischen E-Learning Beirat.

Wurde das Moodle-Plugin selbst entwickelt oder auf einer bestehenden Grundlage aufgebaut?

Das Plugin wurde komplett selbst entwickelt, wobei die Entwickler eine Moodle-Developer-Umgebung nutzten und sich an der Architektur anderer Plugins inspirieren ließen.

Können Studierende auswählen, für welche Kurse ihre Fortschritte im Peer-Vergleich zur Verfügung stehen?

Nein, diese Funktion wurde in der aktuellen Umsetzung noch nicht implementiert; es werden anonymisierte Daten aller Teilnehmer eines Kurses herangezogen.

Ist das Moodle-Plugin auch für andere Universitäten verfügbar?

Aktuell befindet sich das Plugin in der Planung für eine interne Pilotierung. Langfristig ist geplant, es öffentlich zur Verfügung zu stellen, sofern die Tests erfolgreich verlaufen.

Diagramm

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100%
mindmap
  root)Learning Analytics im Co-Design(
    ["Nutzerzentrierter Co-Design-Ansatz"]
      ["Einbindung Studierender als Zielgruppe"]
      ["Workshop-Format für Nutzungsszenarien"]
      ["Anforderungskatalog & Mock-ups"]
    ["Bedürfnisse der Studierenden"]
      ["Transparenz & Verständlichkeit"]
      ["Manuelle Eingabemöglichkeiten"]
      ["Kontrolle über Daten & KI-Unterstützung"]
    ["Funktionalitäten des Prototyps"]
      ["Kursübersicht mit Fortschrittsbalken"]
      ["Priorisierte To-do-Liste & Gewichtung"]
      ["Peer-Vergleich & Gamifizierung"]
    ["Praktische Umsetzung"]
      ["Teamprojekt Softwareentwicklung"]
      ["Moodle-Datenbank & Semesterbezug"]
      ["270 Arbeitsstunden pro Studierendem"]
    ["Prinzipien der Implementierung"]
      ["Freiwilligkeit & Datenschutz"]
      ["Transparente Kommunikation"]
      ["Vermeidung demotivierender Effekte"]